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Die Beziehungen zwischen Lagerstättenbildung und Ölcharakteristik im Emsland

Fischak, Walter

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 119 Heft 1-4 (1970), p. 559 - 559

published: Apr 1, 1970
published online: Sep 1, 2017

DOI: 10.1127/zdgg/119/1970/559

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Kurzfassung

Innerhalb des Bentheimer Sandsteins sind bei den einzelnen Ölfeldern unterschiedliche physikalische Eigenschaften des Öles zu beobachten. Diese treten auch bei benachbarten Feldern, zwischen denen ein druckmäßiger Zusammenhang besteht, auf, wie es am Beispiel der Ölfelder Scheerhorn und Georgsdorf gezeigt wird. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ölen sind am auffallendsten bei den Viskositäten und naturgemäß auch beim spezifischen Gewicht. Untersucht man die Möglichkeiten, die zu diesen Unterschieden führen könnten, so fallen die verschiedenen Bildungszeiten der Lagerstätten auf. Die nach ihrer Geologie am spätesten entstandenen Lagerstätten beinhalten die schwersten und höchst-viskosen Öle, während die Lagerstätten, die früher gebildet wurden, mit leichteren und niedriger-viskosen Ölen gefüllt sind. Zur Erklärung dieser Erscheinung bieten sich zwei Möglichkeiten an: 1. die Möglichkeit von zwei Migrationsschüben, die zu verschiedenen Zeiten stattgefunden haben und 2. infolge Fortschreitens der Tektonik durch das Umfließen von Öl aus den Akkumulationsräumen in sekundäre Lagerstätten. Bei der ersten Möglichkeit würde es sich bei den schweren und hoch-viskosen Ölen um die jüngsten Ölbildungen handeln. Wenn man aber annimmt, daß Kohlenwasserstoffe von Methan zum Asphalt eine ähnliche Bildungsreihe durchlaufen wie sie aus der Kohle vom Torf bis zum Anthrazit bekannt ist, so müßte es sich bei den schweren und hoch-viskosen Ölen um relativ stark veränderte Kohlenwasserstoffe handeln. Die zweite Möglichkeit würde daher dem Zustand der Öle besser entsprechen. Verschiedentlich wurde im emsländischen Raum ein Umfließen von Öl innerhalb einzelner Lagerstätten infolge von tektonischen Veränderungen beobachtet (z. B. Adorf). Amerikanische Arbeiten zeigen, daß bei diesen Fließbewegungen durch das Auftreten des elektrischen Strömungspotentials Paraffin- bzw. Asphaltmoleküle entstehen können, die sowohl das spezifische Gewicht als auch die Viskosität der Öle verändern. Es wird daraus der Schluß gezogen, daß zumindest die mit schweren hoch viskosen Ölen gefüllten Lagerstätten Rühle und Georgsdorf sekundäre Lagerstätten sind, die ihr Öl durch Umfließen aus den voralbisch gebildeten Transgressionsfallen Scheerhorn bzw. Hebelermeer bezogen haben dürften.

Keywords

ÖlfelderLagerstättenTransgressionsfallenMethanAsphaltTorfKohlenwasserstoffeMigrationsschübe