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Beobachtungen zur Gebirgsmechanik im Steinkohlenbergbau

Kneuper, G.; Wildner, H.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 119 Heft 1-4 (1970), p. 137 - 147

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published: Apr 1, 1970
published online: Sep 1, 2017

DOI: 10.1127/zdgg/119/1970/137

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Kurzfassung

Bei allen Fortschritten in der Mechanisierung und Automatisierung des Betriebsgeschehens bleibt die Arbeit des Bergmanns in erster Linie eine Auseinandersetzung mit den geologischen Eigenschaften der Lagerstätte. Diese Auseinandersetzung mit dem Gebirge vollzieht sich in drei Bereichen: An erster Stelle steht die Anpassung der Betriebsführung an die im voraus nicht bekannten, häufig wechselhaften Lagerstättenverhältnisse. Es gilt heute mehr denn je, die Lagerungsverhältnisse fortgesetzt sorgfältig zu erkunden, um einen erfolgreichen Abbau zu ermöglichen. An zweiter Stelle muß die Bewältigung der mit dem Gebirgsdruck zusammenhängenden Fragen genannt werden. Das betrifft den Ausbau der Grubenräume unter Tage und die zweckmäßigste Abbauführung zur Vermeidung von Schäden. An dritter Stelle folgt die Bekämpfung des aus dem Gebirge austretenden Grubengases, das wegen seiner Eigenschaft, Schlagwetter bilden zu können, ständige Wachsamkeit erfordert. Die zunehmende Abbauteufe und die Konzentration der Abbaubetriebe verursachen zwangsläufig eine Verstärkung der gebirgsmechanischen Reaktionen auf den Eingriff des Bergbaus. Der Bergmann spricht von einer Zunahme des Gebirgsdrucks. Naturgemäß unterscheiden sich die Aufgaben und Arbeitsmethoden der Gebirgsdruckforschung im Steinkohlenbergbau von denen der Felsmechanik und der üblichen Ingenieurgeologie. Während der Bauingenieur bemüht ist, für seine Bauwerke einen dauerhaften, statisch bestimmten Gleichgewichtszustand zu schaffen, sucht der Bergmann nur so lange in den Grubenbauen einen meist instabilen Gleichgewichtszustand aufrecht zu erhalten, wie sie gebraucht werden.

Keywords

LagerstättenAbbauSchlagwetterFelsmechanikSteinkohlenbergbauGebirgsdruckGrubengasAbbauteufe