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Das Luftbild als Mittel zur Analyse und Synthese geoökologischer Infrastrukturen

Rothamel, H. T. J.

Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft Band 119 Heft 1-4 (1970), p. 475 - 476

published: Apr 1, 1970
published online: Sep 1, 2017

DOI: 10.1127/zdgg/119/1970/475

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ArtNo. ESP171011900037, Price: 14.00 €

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Kurzfassung

Mit der enormen Beschleunigung der Produktion immer neuen Wissens wird der Ausschnitt, den der einzelne verarbeiten kann relativ zur Gesamtmenge der Forschungsergebnisse ebenso schnell kleiner. Damit ist die Frage der Informationsverknüpfung, Integration und Ökonomisierung wissenschaftlicher Arbeit zu einem Kernproblem geworden. Für die Erdwissenschaften ist das Luftbild ein Hilfsmittel, welches einen "Überblick " ermöglicht, durch den unnötige Wege vermieden und Verknüpfungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Die Arbeit kann deshalb insgesamt produktiver und zielgerechter ausgeführt werden. In der Luftbildkunde spielt die Antinomie "Detail - Überblick (Einzelelement - funktionales Gefüge der Mengen der Elemente) in die wissenschaftlich technischen, wie in die wirtschaftlichen Fragen hinein. Bei einer Verminderung des Maßstabes um das Doppelte verringern sich die Befliegungskosten in der Regel zumindest um das Doppelte (W. Schermerhorn). Dabei wächst bei einer Verkleinerung des Maßstabes die gedeckte Fläche und damit die Kartierleistung schneller als linear. Da das Detail im Rahmen seines funktionalen Ordnungsgefüges erkannt wird, bieten kleinste (!) Maßstäbe bei entsprechend (!) hoher Bildqualität den optimalen Nutzen in wirtschaftlicher wie in wissenschaftlicher Hinsicht. Demgegenüber ist die Fragestellung "Schwarz-weiß" oder "Farbphotographie" ein Scheinproblem, insoweit es die nomogrammatische Analyse der Abstimmung der Film-Filterkombination auf das Gefüge der Aufnahmeobjekte durch Schlagwortkategorien verdeckt. Die Anwendung von Farbfilmen ist beispielsweise limitiert, weil sich das blaue Streulicht des Aerosols nicht ausschalten läßt, der Dreischichtencharakter Texturen verwischt und schließlich, weil der Belichtungsspielraum gering ist. Der "Normalfilm" vereinigt sozusagen Vorteile und Mängel in der günstigsten Mischung für den allgemeinen Fall. Bei Verwendung von Spezialfilmen ist genau zu untersuchen, welche Nachteile um welcher Vorteile willen in Kauf genommen werden können. Ein entscheidendes Kalkulationsrisiko ist das Bildflugwetter. Da es die Bildqualität zuallererst bestimmt, sollten Befliegungen nicht unter Termindruck durchgeführt werden.

Keywords

LuftbildBefliegungskostenKartierleistungNormalfilmAerosolStreulichtnomogrammatische Analyse