Original paper

Zur Geologie im Raum des Laddekenberges bei Wieda/Unterharz

Poll, Kurt

Kurzfassung

Zusammenfassung Am Nordrand der Mittelharzschwelle sind silurisch-unterdevonische Schichtserien an streichenden, nordwestvergenten Störungen durch ihre jüngeren devonischen Dachschichten als "Wieda-Sattel" hindurchgespießt. Nach NW schließt ein Gebiet mit devonischen und z.T. unterkarbonischen Schichtserien an. Gegenwärtig sind Schichtfolgen vom unteren Gedinne bis zum Karbon der Beobachtung zugänglich. Stratigraphie und Fazies dieser Schichtserien werden beschrieben. Dabei zeichnet sich eine gewisse zyklische Gliederung ab. Die paläozoischen Gesteine sind durch einen NW vergenten Faltenbau, der in der variszischen Orogenese angelegt wurde, und untergeordnet auch durch lokale Aufschuppungen nach NW gekennzeichnet. Es gibt jedoch keinen reinen Schuppenbau. Die erzgebirgisch streichenden Faltenachsen tauchen generell nach SW ein. Eine SE einfallende Parallelschieferung (s1) paßt sich dem isoklinalen Faltenbau an. Gelegentlich steigerten sich die Scherkräfte bei der Biegescherfaltung zu örtlich wirksamen Aufschiebungen. Eine zweite Schieferung (Schubklüftung) steht in der Regel senkrecht auf s1; sie tritt nur zonar auf, und zwar besonders in der Nachbarschaft größerer Abschiebungen (h01-Flächen). Die isoklinalen Falten sind in der Nähe faziell bedingter Unstetigkeitsflächen ("Tanner Hauptstörung" und "Wiedatal-Störung") zerrissen und unter Auswalzung der überkippten Faltenschenkel auf ihr nordwestlich benachbartes Gebiet aufgeschoben.

Abstract

Near the northern border of the central Harz swell ("Mittelharzschwelle") lower devonian and silurian series are sharply upfolded piercing through their overlying younger devonian beds along NW overturned faults. To NW follows an area with devonian and partly lower carboniferous beds. At present only layers from Lower Gedinnian to Carboniferous crop out. The stratigraphy and facies of these paleozoic series are described. These stratas are characterized mainly by NW overturned folds and only partly by NW overthrusted wedges. But we find no real imbricate structure. The fold axis strike from NE to SW and dip principally to SW. A parallel cleavage (s1) dipping to SE belongs to the isoclinal folds, which are spread over the whole area. During the flexure-shear-folding the shear-efficacy sometimes intensified to local upthrust faults. A second cleavage (s2) generally stands perpendicular to s1; it occurs only in a few zones in the neighbourhood of great downthrow faults of the h01-system. During the variscan orogeny the isoclinal folds are broken in the vicinity of instability planes ("Tanner Hauptstörung" and "Wiedatal-Störung"), which depend on facies change; the inverted limbs have been sheared off whereas the normal limbs have been thrusted upward over their northwestern adjacent area.