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Phyllonitisierung an der S-Basis des Olympos-Gebirges nördlich Deléria bei Larissa, Thessalien/Griechenland

Garagunis, C.; Eigenfeld, R.

Kurzfassung

Zusammenfassung Im Jahre 1963 wurde von Chr. KARAGAIDOS, Larissa, eine Voruntersuchung der hydrologischen Verhältnisse für eine geplante Talsperre zur landwirtschaftlichen Bewässerung der Umgebung von Deléria in Thessalien abgeschlossen. Hierzu hatte C. GARAGUNIS den geologischen Beitrag geliefert. Es war zu dem Zeitpunkt, als die große Naturkatastrophe an der Vajont-Talsperre in Oberitalien den Ort Longarone an der Piave (Provinz Belluno) vernichtete. Die todbringende Überflutung von Longarone wurde verursacht durch die Herausschleuderung von ungeheuren Wassermassen der Talsperren-Füllung. Dies trat ein zufolge plötzlich ausgelöster Hangrutschungen von riesigen Gesteinskomplexen. Auch im Gebiet der geplanten - zwar nur kleinen - Talsperre an der S-Basis des Olymposgebirges in Thessalien bestehen Schwierigkeiten wegen Hangrutsch-Gefahr. Deswegen wurde R. EIGENFELD als Petrograph zur Klärung und Berücksichtigung der schwierigen Gesteinsverhältnisse mit herangezogen. Die Hangrutsch-Gefahr ist im Gebiet des südlichen Olympos-Gebirges bedingt durch tektonitisch ausgeschieferte kristalline Gesteine von phyllifischem Habitus, die im Sinne von B. SANDER als Phylllonite zu bezeichnen sind. Es gelang schrittweise, die Stadien der Phyllonitisierung von epizonal verformten Meta-Magmatiten aufzudecken, die im phyllonitischen Endstadium kaum noch ihre magmatogene Herkunft erkennen lassen. Die tektonitische Durchbewegung an der Basis des Grundgebirgs-Sockels ist sicherlich abhängig von der tangentialen Deckenüberschiebung in der oberen Region des hohen Olymp. Nachweisbare und zu vermutende Hangrutschungen, abhängig vom phyllonitisierten Gesteinsaufbau und von steil gestellten Lagerungsverhältnissen mahnen zu größter Vorsicht bei Planungen für Talsperren-Bauten.