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Stratigraphie und Tektonik der Wiehler Mulde

Grabert, Hellmut

Kurzfassung

Die Wiehler Mulde ist ein Teil des Bergischen Muldenvorlandes, in dem fast ausschließlich mitteldevonische Serien ausstreichen; das Muldenvorland wird von Gesteinen vom Typ der Lenneschiefer beherrscht. Die Wiehler Mulde liegt zur Gänze im Gebiet des Meßtischblattes Wiehl (Nr. 5011) und hebt sich nach allen Seiten heraus. Im NE wird der Muldenschluß durch umlaufendes Streichen angedeutet, wo sich die Mulde an einem fast N/S streichenden Querelement heraushebt. Das West-Ende der Mulde ist durch das Einschalten dreier kleinerer Sättel mit unterdevonischen Kernen aufgegliedert; aber auch hier hebt sich die Mulde noch auf dem Blattgebiet heraus. Unter dem mitteldevonischen Kern der Wiehler Mulde folgen in kontinuierlicher Schichtenfolge fast fossilfreie Serien der Siegen- und Ems-Stufe. Die oft vermutete Transgression des Oberems (sog. Rimmert-Transgression) ist nicht vorhanden. Unter den mitteldevonischen Gesteinen der Eifel-Stufe besitzen die Wiehler Schiefer (Ohler Schiefer oder auch Lenne-Schiefer) wegen ihrer bedeutenden Fossilführung eine gute Parallelisierungsmöglichkeit mit den klassischen Lokalitäten der Eifel-Kalkmulden.- Die Grenzschichten Eifel/Givet sind in der Wiehler Mulde nicht mehr aufgeschlossen.

Abstract

The syncline of Wiehl is one of the small Middle Devonian structures in the Bergish district of the central part of the Rhenish Massif. Its core consists of rich fossiliferous layers of Middle Devonian age. They are underlain by poorly fossiliferous Lower Devonian. The so called "Rimmert-transgression" of Upper Emsian age is not verified. The Wiehl syncline is filled by Middle Devonian layers of Eifelian type which are containing brachiopodes, corals and bryozoas of Rhenish facies. The axis of the Wiehl syncline is striking SW-NE and generally dipping to NE. In its Eastern part, however, the syncline is cut off by a significant N-S striking lineament.