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Die Tonsteine im Unterrotliegenden des Saar-Nahe-Gebietes und ihre Beziehungen zu den Kaolin-Kohlentonsteinen

Heim, Dieter

Kurzfassung

Zusammenfassung Im Unterrotliegenden des Saar-Nahe-Gebietes treten "Kaolin-Tonsteine" auf, die vor allem im Saarland und in den Basissedimenten des Rotliegenden nach Zusammensetzung und Mineralausbildung (geldrollenartige Kaolinitsprossungen u.a.) weitgehend identisch mit bestimmten Kohlentonsteinen sein können. Andererseits kommen teilweise jedoch auch Übergänge zu normalen klastischen Sedimenten und (vor allem im höheren Unterrotliegenden) zu "Feldspat-Tonsteinen" vor, wie sie im Oberrotliegenden weitverbreitet als Rhyolithtuffe auftreten. Die Kaolin-Tonsteine des Saarkarbons reichen stratigraphisch also noch bis in das Unterrotliegende hinauf, wo sie ohne Zusammenhang mit Kohleflözen auftreten und teilweise allerdings zusätzliche petrographische Merkmale zeigen, die für Kohlentonsteine uncharakteristisch sind. In allen Vorkommen auftretende ungewöhnliche Ausbildungsformen von Quarz, Biotit u.a. weisen jedoch auf ein für die Unterrotliegend-Tonsteine gleiches Bildungsprinzip. Der Kaolinit und die manchmal beobachtete feinkörnige Quarz/Feldspat-Substanz lassen sich am leichtesten zurückführen auf Zersatz und Kaolinisierung sowie die Entglasung des amorphen Anteiles eines pyroklastischen Primärmateriales. Auf eine pyroklastische Abkunft weisen auch die oben erwähnten Ausbildungsformen gröberer Komponenten. Wahrscheinlich lassen sich diese aus den Untersuchungen der Unterrotliegend-Tonsteine ergebenden Folgerungen auf die Kohlentonsteine übertragen.