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Über das Dinantium

Paproth, Eva

Kurzfassung

Das Unterkarbon umfaßt auf dem nordwest-europäischen Kontinent den Übergang von der Geosynklinale zum paralischen Senkungsfeld in seinen entscheidenden Stadien. Auch vor-variscisch konsolidierte Gebiete Nordwest-Europas wurden im Unterkarbon noch einmal mit mächtigen Sedimenten bedeckt, die zu bedeutenden, Flöze fuhrenden Serien im Oberkarbon überleiten. Die Tatsache, daß während des Unterkarbons zwei ganz verschiedene Wege zum selben Ziel geführt haben - zu mächtigen, Flöze führenden Serien - macht das Unterkarbon zu einem reizvollen Objekt für geologische Entwicklungs-Studien. Die paralischen Becken Nordwest-Europas sind im Unterkarbon auf zwei Weisen vorbereitet worden: 1. durch Transgression und 2. durch Saumtiefen-Bildung (in den schon im Devon marin entwickelten Gebieten). Zu der ersten Gruppe gehören die britischen, die nord-französischen und die belgisch-holländischen Vorkommen; der Aachener Bereich leitet schon zur zweiten Gruppe über, zu der das niederrheinisch-westfälische Gebiet gehört. Kongruent zu den beiden Entstehungstypen der paralischen Kohlenbecken ist die Verteilung der beiden, im Unterkarbon auftretenden Fazies Kohlenkalk und Kulm: Die Gebiete, in denen Unterkarbon transgrediert, sind in Kohlenkalk-Fazies ausgebildet, die Gebiete, in denen sich eine Saumsenke entwickelt, in Kulm-Fazies.