Original paper

Känozoische Paläotemperaturbestimmungen mit Hilfe von Hiatella (DAUDIN) (Lamellibr.)

Strauch, Friedrich

Kurzfassung

Bisher liefert die Methode der Sauerstoffisotopenbestimmung nur für wenige Fälle brauchbare Ergebnisse. Meistens zieht man nach wie vor die Faunen- bzw. Florenanalyse zur Diskussion des Klimas heran. Hierbei wird die Summe aller Eigenheiten in Relation zu rezenten Gemeinschaften gesetzt. Mit abnehmenden verwandtschaftlichen Beziehungen der fossilen Organismen zu ihren rezenten Nachfahren verliert der Vergleich an Aussagekraft. Für paläoklimatologische Untersuchungen sind vorwiegend stenotherme Arten und Gattungen verwendet worden. Aber auch außerordentlich anpassungsfähige eurytherme Organismen können phänotypisch stark vom Klima geprägt und damit ebenfalls für die Rekonstruktion des Paläoklimas von Bedeutung sein. Eine solche eurytherme Form ist die wahrscheinlich kosmopolitisch verbreitete Muschel Hiatella arctica (LINNÉ), die bereits aus dem Eozän selbst der Südhemisphäre genannt wird.

Abstract

Hiatella arctica (LINNÉ) has had a world wide distribution from the early Tertiary through to the present. Study of recent Hiatella has shown that features such as numerical distribution, shell form and growth are temperature guided. Studies on fossil Hiatella reveal a similar pattern. Shell size of recent populations have been directly compared with temperature by means of graphs and the results have then been quantitatively applied to fossil samples. Not only the mean yearly temperature for various Cenozoic localities in central and western Europe can be deduced but also an estimate of the yearly extremes can also be made.