Original paper

Neue Erkenntnisse über den tektonischen Aufbau des westlichen Teiles des Remscheid-Altenaer Sattels

Voigt, Rudolf

Kurzfassung

Gegenüber der FUCHSschen Erstaufnahme hat die tektonische Kartierung auf sechs Blättern 1:25 000 folgende Neuerkenntnisse gebracht: 1. Die Ems-, insbesondere die Remscheider Schichten unterliegen einem starken Mächtigkeitswechsel. Auf der N-Flanke des Sattels (Blatt Barmen) erreichen sie über 3000 m Mächtigkeit. Nach S und E nimmt diese ständig ab. 2. Während die Eifel-Schichten ziemlich mächtigkeits- und faziesbeständig sind, zeichnen sich die des Givet durch große Unterschiede in Mächtigkeit und Fazies auf beiden Sattelflanken aus. Auf der Nordflanke (Bl. Elberfeld, Barmen, Radevormwald) vertreten Schichten in Brandenbergfazies die Brandenberg- und Unteren Honseler Schichten mit einer Mächtigkeit von 1500 m. Dagegen lassen sich auf der Südflanke und in der Lüdenscheider Mulde beide Schichtglieder deutlich unterscheiden. Ihre Gesamtmächtigkeit liegt hier bei 2500-3000 m. 3. Der Remscheider Sattel ist - bedingt durch die nach S abnehmende Mächtigkeit der Ems-Schichten - asymmetrisch aufgebaut. Er besitzt eine normal entwickelte Nordflanke, aber eine schon primär verkümmerte Südflanke, die durch streichende Störungen noch weiter unterdrückt ist. Die Remscheider Schichten auf Bl. Remscheid, die bisher der Südflanke des Großsattels zugezählt wurden, bezeichnen dessen Kernbereich. 4. Dem Großsattel sind im Kern und auf der Nordflanke kleinere Spezialsättel, auf der Südflanke Schuppen aufgesetzt. 5. Die innere Deformation erreicht im Großsattelkern größere Ausmaße als auf den Sattelflanken. Sie ist die Ursache für zwei auffällige tektonische Phänomene: a) Den "Diapirismus" - das Auftreten von horstartigen Aufbrüchen ordovicischer und silurischer Schichten im Großsattelkern. Wo durch vorhergehende Faltung derartige hochinkompetente Gesteine in Sattelregionen gelangt waren, haben sie auf die Verformung durch stärkere Hochlängung als die umgebenden Schichten reagiert und sind z.T. unter Mitnahme des Daches nach oben durchgebrochen. "Diapirstörungen" können auch zwischen Großsätteln und -mulden entwickelt sein, z. B. zwischen Remscheider Sattel und Lüdenscheider Mulde. b) Die Querstörungen: Die Längung des Faltenstranges in b während der inneren Deformation hat sich im Großsattel durch Queraufwölbung kompensiert. Bei ständigem SW-Eintauchen der Faltenachsen sind an zahlreichen Querstörungen jeweils die südwestlich von diesem gelegenen Schollen gehoben. Das führt dazu, daß die ältesten Kernschichten des Großsattels im äußersten SW ausstreichen.

Abstract

The paper deals with stratification and tectonics in the western part of the large scale anticline of Remscheid-Altena (Rhenish Mass). In result of a mainly tectonical mapping it is shown, that the Lower as well as the Middle Devonian strata change their facies and thickness in WNW-ESE direction. The large scale fold wears smaller secondary folds and shingles. During the process of the internal deformation, following the folding, the rocks were elongated in the a- and b-axes of the deformation ellipsoid, shortened in the c-axis. The main phenomena of this deformation are schistosity, diapirism, and cross imbrication.