Original paper

Restgase aus Kohlen des Westfal C und D im Grubenbereich Luisenthal, Saar; ihre Menge, Zusammensetzung und ein Versuch, sie geologisch zu erklären

Hagen, Deddo

Kurzfassung

Zusammenfassung Nach einer Beschreibung von Herkunft und Aufbereitung der Proben und einer Abschätzung der wichtigsten apparativen und stofflichen Einflußgrößen auf die Restgasausbeute wird eine geologische Deutung der chemischen Befunde versucht. Die heutige Gasverteilung im Bereich des Flözes 1 der Grube Luisenthal ist als Folge einer intensiven Migration der Inkohlungsgase zu deuten. Insbesondere die hohen N2- und n-KW-Anteile in den Streben 1 U/1 V sind ein Beweis für die Wechselwirkung von Ausgasung und Wiederauffüllung durch migrierende Gase. Eine primäre Differenzierung durch Faziesunterschiede ist schwer vorstellbar, weil die Kohlen im Flöz 1 der Grube Luisenthal keinen gravierenden Wechsel in ihrer kohlepetrographischen Zusammensetzung oder ihrem Inkohlungsgrad erkennen lassen. Vielmehr stellte die Klarenthaler Kuppe in ihrer geologischen Vergangenheit einen Gasspeicher dar, wogegen nach den Ergebnissen dieser Arbeit im Alsbachsattel folgender Mechanismus anzunehmen ist: erste Ausgasungserscheinungen an der Grenze Westfal D/Stefan (Schichtlücke nach GERMER, KNEUPER & R. H. WAGNER 1968), Ende der Inkohlung an der Grenze Unterrotliegend/Oberrotliegend (nach DAMBERGER, KNEUPER & M. & R. TEICHMÜLLER 1964), teilweise Ausgasung im Oberrotliegenden und Unteren Buntsandstein (Landoberfläche ist durch den Grenzlettenhorizont an der Basis des Mittleren Buntsandsteins angedeutet), Wiederauffüllung durch aufsteigende Inkohlungsgase mit hohen N2- und n-KW-Anteilen vom Mittleren Buntsandstein an, erneute Ausgasung seit der Abtragung des Deckgebirges in geologisch jüngster Zeit. Die Gaszusammensetzung in Streb 1 d dürfte deshalb durch Ausgasung und Migration weniger überprägt sein als die Gaszusammensetzung in den Streben 1 U/1 V; man hat generell im Südfeld mit ursprünglicheren Gasen zu rechnen als im Alsbachfeld.