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Tektonik des südlichen Oberrheingrabens und seines Rahmens

Wittmann, Otto

Kurzfassung

Der Südgraben wird beidseitig, vom Graben aus gesehen, von dem System der inneren und äußeren Randverwerfungen gerahmt, wobei die äußere Randverwerfung kartierbare Grenze Deckgebirge/Grundgebirge ist (im Verlauf abhängig vom Tiefgang der Erosion), die innere zugleich als Strukturgrenze Ebene/Vorberge gilt (morphologisch vom Pegelstand der jungpleistozänen Aufschotterung beeinflußt). Im Bereich der Randverwerfungen vermitteln die Vorberge orographisch, morphographisch und strukturell zwischen dem tieferen Graben und den beidseitigen, auswärts gekippten Hochschollen. Die Umgrenzung am Südende des Grabens (Abb. 1) erfolgt im W durch die faille de Charmois/faille de l'Allaine, im E durch die Rheintalflexur, im S durch ein System WNW oder ENE gerichteter, gestaffelter Flexuren. Innerhalb des Grabensüdendes ist eine Gliederung nach Gräben und Horsten vorhanden (Graben von Dannemarie, Horst Mulhouse-Altkirch = Sundgauhorst, Graben von Sierenz-Allschwil, Basler Rücken). Entsprechend der präeozänen Südkippung bildet oberer Jura die Auflagerungsfläche der parageosynklinalen, paläogenen Grabenfüllung und ist dabei in quere, NE bis ENE streichende, prä- bis synsedimentäre Undulationen (Schwellen und Tröge) verformt. Es sind auch rheinisch gerichtete, prälutetische Strukturen bekannt (Sundgausynklinale, Schliengener Synklinale). Diese Deformationen kommen auch im Bild der gravimetrischen Anomalien zum Ausdruck. Die innere Grabentektonik der paläogenen Füllung ist eine rhenotype Zerrungstektonik (Ergebnisse der Geophysik, Bohrungen, Grubenaufschlüsse). Ausführlich besprochen wurde die östliche Randzone, insbesondere die Schollengliederung der Bergrandzone, entlang der äußeren Randverwerfung (Sulzburger Vorberge, Zone Schwärze-Badenweiler-Kandern, Rheintalflexur und Lörracher Flexurschollen, Rheintalflexur im unteren Birstal: GENSER 1959, BERG 1961, STELLRECHT 1963, WITTMANN 1957, HERZOG 1956).