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Fischfunde im Oberen Buntsandstein (Untertrias) von Karlsruhe-Durlach

Jörg, Erwin

Kurzfassung

Seit etwa der Mitte des vorigen Jahrhunderts sind aus dem Buntsandstein, und hier fast ausnahmslos aus dem Oberen Buntsandstein (Plattensandstein) der Umrahmung des südlichen Oberrheingrabens, wiederholt Funde von Fischen bekannt geworden. Es handelte sich dabei immer um Einzelfunde, die rechtsrheinisch auf zwei Räume begrenzt blieben, den Dinkelberg nordostwärts von Basel und den Raum des südlichen Kraichgaus, ostwärts von Karlsruhe. Vom Dinkelberg sind zwischen den Jahren 1841 und 1856 vier Exemplare von Ganoidfischen bekannt und später von DEECKE (1889) bearbeitet worden (? Semionotus sp., Dictyopyge rhenana DEECKE sowie zwei fragmentäre Exemplare eines Palaeonisciden gen. indet.). Aus dem südlichen Kraichgau, wo vor allem aus dem Plattensandstein von Grünwettersbach zahlreiche Pflanzenversteinerungen bekannt geworden sind, stammen an bisher beschriebenen Funden ein Palaeoniscide, Pygopterus Crecelii WILSER (1923), und von Durlach ein Zahnfund eines Lungenfisches, Ceratodus palaeoruncinatus FRENTZEN (1924). Vom zuletzt genannten Fund berichtet FRENTZEN, daß er aus "graugrünen bis lebhaft dunkelroten Tonmergelschichten stammt, die in der Gegend von Durlach als Lagen wechselnder Mächtigkeit oder auch in Form von Linsen im Oberteile des Plattensandsteins den eigentlichen Sandsteinen eingelagert sind". FRENTZEN erwähnt aus der Fundschicht auch das Vorkommen von Pflanzenresten und von Steinsalzpseudomorphosen. Die nachfolgend beschriebene Fischfauna stammt aus einer fossilreichen Tonsteinlinse im Oberen Plattensandstein (Werkstein) des Oberen Buntsandsteins aus dem heute mit Müll verfüllten Steinbruch "Hochstädt" im Eisenhafengrund SE von Durlach (Bl. Ettlingen 1:25 000, Nr. 7016). Die Fauna wurde durch eine Grabung gewonnen. Dabei wurden rund 5 m Überdeckung (Plattensandstein und z. T. Auffüllmaterial) im Hangenden der Linse auf 2 m Tiefe und 7 m Breite durch eine Sprengung beseitigt. Anschließend konnte von der Tonsteinlinse eine Fläche von etwa 14 qm abgebaut und auf ihren Fossilinhalt untersucht werden.