Original paper

Zur Deutung eines Bohrprofils im Bereich der Darmstädter Rheingraben-Verwerfung (Bohrung Mengler)

Fahlbusch, Klaus

Kurzfassung

Innerhalb des Stadtgebietes von Darmstadt schwingt die Grenze zwischen Odenwaldgesteinen (Perm, paläozoische Tiefen- und Ergußgesteine) und den jungen Rheingrabensedimenten aus der rheinischen in die erzgebirgische Richtung. Geophysikalische Untersuchungen machen es wahrscheinlich, daß die eigentliche Ostgrenze des Oberrheingrabens in rheinischer Richtung über Darmstadt hinaus nach Norden weiterzieht. Es konnte nachgewiesen werden (HECHT, 1953), daß eine rheinisch gerichtete Störungszone nördlich Darmstadt zwischen Gräfenhausen und Wixhausen - ca. 5 km westlich der übertage erkennbaren Grenze Perm des Sprendlinger Horstes / junge Lockermassen des Rheingrabens - als ausgeprägte Störung weiter verfolgt werden kann. Westlich davon liegt der eigentliche Graben, im Osten ein Hochgebiet, das sich nach Süden in die Darmstädter Schuttkegelhochscholle (SCHMITT, 1966) fortsetzt. Für sie ist die relative Hochlage tertiärer Sedimente gegenüber dem eigentlichen Graben kennzeichnend. Wie zahlreiche Baugrundaufschlüsse ergaben, ist diese Hochscholle im Kerngebiet der Stadt in ein Schollenmosaik zerlegt, im Bereich der erzgebirgisch streichenden Grenze zwischen Odenwaldgesteinen und jungen Deckschichten scheinen nur Sprunghöhen aufzutreten, die geringer sind, als früher angenommen. Auch die bisher nur in einem engbegrenzten Gebiet am Westrand der Grabenschulter bekannten permischen Gesteine sind im Bereich des Schollenmosaiks in geringer Tiefenlage in mehreren Bohrungen nachgewiesen. Eine zerstückelte Zone permischer Sedimente lehnt sich an die nach N abtauchenden Tiefengesteine an.