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Der Einsatz der Geochemie bei der Lösung geologischer Probleme im Metamorphikum

Lodemann, C. K. W.

Kurzfassung

1. Übersicht Die Unterlagen zu den folgenden Darstellungen stammen aus dem Kristallin der Saualpe/Ostkärnten, das einen Teil des Muralpen-Kristallins in den zentralen Ostalpen bildet. Dieses Saualpen-Kristallin wurde in den vergangenen 11 Jahren von einer Arbeitsgemeinschaft Clausthaler, Wiener und Tübinger Geologen im Maßstab 1:10 000 kartiert und der Gesteinsbestand an einigen 1000 Dünnschliffen analysiert. Dabei zeigte es sich, daß das Gesamtprofil des aufgeschlossenen Kristallins in eine Vielzahl von Gesteinseinheiten aufgegliedert werden kann, die jeweils bei mehr oder minder gleichbleibendem Gefüge und Mineralbestand und im gleichbleibenden stratigraphischen Verband über viele Kilometer hinweg durchverfolgt werden können (Abb. 1). Damit war die Möglichkeit einer Kartierung und Gliederung wie im sedimentären Oberbau, also nach einem "geologischen Prinzip", gegeben. Den Grenzen dieser verschiedenen Gesteinseinheiten mit Mächtigkeiten von ca. 100 m bis einigen hundert Metern folgen etwa auch die mineralfaziellen Grenzen. Die stratigraphisch höchsten Gesteinseinheiten werden von phyllitischen Tonschiefern und schwach vergrünten Diabasen der Zeolithfazies aufgebaut. Darunter liegen solche mit Grünschiefern und Phylliten der Grünschieferfazies und im Tiefstaufgeschlossenen sind es disthen- und staurolithführende Glimmerschiefer und Gneise mit Plagioklas-Amphiboliten und Eklogiten. Dabei hat das gesamte aufgeschlossene Kristallinprofil eine Mächtigkeit von ca. 7000 m und reicht bis zur mittel-temperierten Almandin-Amphibolitfazies des Barrow-Typs, in der hier noch keine regional verbreiteten anatektisch-granitischen Mobilisate vorkommen.