Original paper

Diskussionsbeitrag zu den Vorträgen über das "Variszikum der Ostalpen"

Vai, G. B.

Kurzfassung

Mehrere Probleme sind durch die interessanten neuen Angaben und Deutungen in den Vorträgen über das "Variszikum der Ostalpen" aufgetaucht. Besonders zwei sind für uns diskussionswert; vor allem, wenn sie von einem "karnischen" Gesichtspunkt aus betrachtet werden: das Alter der basischen Vulkanite und die chronologische und strukturelle Deutung des karbonischen Flysches der Karawanken. 1. Alter der basischen Vulkanite. In mehreren Vorträgen dieser Tagung, nebst rezenten Schriften (MOSTLER 1968, SCHÖNENBERG 1970), werden bis 1000 m mächtige Abfolgen von Tonschiefern, Grauwacken und basischen Vulkaniten, die in der Nördl. Grauwacken-Zone, im Eisenkappeler Paläozoikum und in der Saualpe auftreten, dem Caradoc-Ashgill oder Ober-Ordovizium zugeschrieben. Dies beruht auf Conodontenfunden des oberen Ordoviziums oder Untersilurs in Kalken oder kalkigen Einschaltungen in Tonschiefern und Sandsteinen, die das Hangende der vulkano-detritischen Abfolge bilden. Eine Tonschiefer-Sandstein-Abfolge mit sehr ähnlichen Vulkaniten ist auch als "formazione del Dimon" aus den Karnischen Alpen bekannt, wo sie aber altersmäßig als unter-mittelkarbonisch angesehen wird. Aus Fossilienmangel wird hier die Altersbestimmung ausschließlich auf die stratigraphische Lage begründet: Die "formazione del Dimon" ist immer zwischen den Grödener Schichten oben und den Hochwipfelschichten bzw. Naßfeldschichten unten eingeschaltet. Auf Grund der lithologischen Ähnlichkeit und des gemeinsamen flyschartigen Charakters kann man auch für die übrigen Schiefer, Sandsteine und Vulkanite der Ostalpen ein karbonisches Alter nicht ausschließen. Es scheint uns, daß die Störungsauswirkung der Überschiebungstektonik nicht genügend in Betracht gezogen wurde, so daß einige als kontinuierlich angenommene Abfolgen dem nicht entsprechen.

Keywords

Varist. TektonikUltrabasitFlyschAlter Alpen (Ost)