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Attribution au Frasnien de la série de Sia (zone primaire axiale des Pyrénées). Ses rapports avec celle des Agudes - Cap de Pales. Conséquences paléogéographiques.

Krylatov, Serge; Stoppel, Dieter

Kurzfassung

Die Einstufung der Serie von Sia (primäre Axial-Zone der Pyrenäen) ins tiefe Oberdevon; ihre Beziehungen zur Serie der Agudes - Cap de Pales; paläogeographische Folgerungen Die primäre Axial-Zone der Pyrenäen wird von einer in W-E-Richtung verlaufenden Zone mit sandig-schiefrigen Sedimenten durchzogen. Sie umfaßt u. a. die "région médiane" und ist auf eine Länge von 130 km von Laruns bis in die Umgebung von Luchon (Abb. 1) nachweisbar. Im Westen wurden diese Sedimente als "Série de Sia". im Osten als "Série des Agudes - Cap de Pales" bezeichnet. CLIN (1964) sah in diesen Schichten kontinentales Westfal, später wurden sie von CLIN & MIROUSE (1966) als Namur angesehen, das im Osten diskordant auf verschiedenaltrigen devonischen und unterkarbonischen Sedimenten, die sudetisch gefaltet sein sollten, liegen sollte. Wie unsere Conodontenfunde zeigen, ist die "Série de Sia", die dem unteren Teil der von uns (1969) aus der Umgebung von Luchon beschriebenen "Série des Agudes" entspricht, ins Oberdevon I zu stellen (Abb. 3). Die Serie wird von Bandkalken unterlagert, wie die Aufschlüsse in der Umgebung des Lac d'Artouste (an den Lacs de Labachotte und d'Ormièlas) zeigen. Infolge starker Metamorphose durch benachbarte Granite war hierin die Suche nach Fossilien leider vergeblich. Die ca. 600 m mächtige "Série de Sia" besteht in der Hauptsache aus Quarziten und Sandsteinen mit Zwischenlagen von schwarzen Tonschiefern und - vor allem im oberen Teil - von einzelnen Kalksteinbänkchen (Abb. 3). Hierin wurde nahe des Mare de Séous (Abb. 2) zwischen den Höhen 1918 m und 2006 m eine Conodontenfauna des Mittel-Adorf (Fauna 2081, S. 223) gefunden. - Im Hangenden der "Série de Sia" wurde folgendes Profil aufgenommen (Taf. 1): (Hangendes: Kulmkieselschiefer, Visé-Kalk); → 30 m Kalkstein (Knotenkalk) des höheren Oberdevons ("Supragriottes"), An der Basis Fauna des Oberdevon II ß-III alpha (S. 224). DT 5 → 30-40 m grauer und dunkelgrünlichgrauer Tonschiefer. DT 4 → 35 m, oben; Tonschiefer, grün; unten: sandiger bläulichgrauer Kalkstein und grünlicher, z. T. kalkiger Tonschiefer. An der Basis Fauna des Oberdevon I (ß) gamma, unt. Teil (Fauna 2080, S. 225). DT 3 → 10 m grüner Tonschiefer mit 20-40 cm mächtigen Sandsteinbänkchen. DT 2 → 10 m grauer bis dunkelgrauer Tonschiefer mit einzelnen Kalksteinbänken. DT 1 → über 25 m grauer und grünlicher Tonschiefer, im unteren Teil mit Kalkknoten. Im unteren Teil Fauna des Oberdevons I (ß) gamma, unt. Teil (Fauna 2082, S. 225). (Liegendes: Sandsteine der "Série de Sia") Diese Schichtenfolge DT 1-5 läßt sich gut mit dem Teil E 2-6 der "Serie des Agudes" vergleichen. Aus dieser Einstufung der "Série de Sia" ins Oberdevon ergeben sich folgende Konsequenzen für die Stratigraphie: - Die Hypothese, daß während des höheren Oberdevons und Unterkarbons - vor allem während der Ablagerung des Kulmkieselschiefers (mit Manganerz-Lager und mit Phosphorit-Knollen) - ein großer Teil der Pyrenäen ein Emersionsgebiet war, entbehrt jeder Grundlage. - Die "région médiane" entspricht dem Verbreitungsgebiet der "Série des Agudes" (im erweiterten Sinne schließt sie die "Série de Sia" und die Las Bordas- und Viella-Schichten ein; vgl. Abb. 1). Sie war während des Oberdevons I und z. T. auch während des Oberdevons II durch sandig-tonige Sedimentation gekennzeichnet. Sie bestand als selbständige paläogeographische Einheit bis zum Einsetzen der kalkigen Sedimentation im Oberdevon III. - Die Sedimente der "Série de Sia" und der "Série des Agudes" sind den in den letzten Jahren innerhalb des Oberdevons der Pyrenäen bekannt gewordenen sandigen Schichten ähnlich; so dem Sandstein im Massif du Quinto Real (Westpyrenäen), der "Série du pic Lariste" (südwestlich Laruns) und den quarzitischen Sandsteinen nördlich des Col de Peyresourde (Abb. 1).

Abstract

Lithostratigraphical and biostratigraphical datas from Conodonts show that the thick gritty Sia series, which was until now considered as Carboniferous, belongs, at least pro parte, to the Frasnian. This series and its detrital terrigenous cover are the equivalent to the Agudes series (KRYLATOV and STOPPEL, 1969) in which the Sia series only represents the lower part. From these conclusions very important paleogeographical results can be expected. 1. The hypothesis according which the axial part of the Pyrenean "zone primaire axiale" has emerged during the upper Devonian and lower Carboniferous (specially during the phosphorous and manganesiferous jaspers' deposit) is nowadays outdated. - 2. The "région médiane" (mid-part) of the Pyrenean "zone primaire axiale" limits are those of the Agudes series (s. 1.), during the major part of Frasnian and probably lower Famennian. This district, a narrow strip 130 km in length, which is marked in the central part of the Pyrenean basin by the existence of detrital terrigenous fairly coarse-grained and large upper Devonian deposits, sets a very important paleo-oceanical problem. Its individuality disappears with the coming of the late Devonian "supragriottes" (from to III) which are widespread in the whole Pyrenees and shows then an undeniable uniformity of Sedimentation.

Keywords

FrasneKlastischVerbreitungConodontenfauna PyrenäenHaute-GaronneHautes-PyrenéesPyrenées-Atlantiques