Original paper

Bestimmung des entwässerbaren Kluftraumes mit Hilfe des Austrocknungskoeffizienten nach Maillet, dargestellt am Einzugsgebiet der Lohr (Nordost-Spessart)

[The evaluation of the dewaterable rock volume by using the dessicate coefficient according to the method of MAILLET, represented by the example of the drainage area of the Lohr river (northeastern Spessart)]

Udluft, Peter

Kurzfassung

Die Messung des Wasserspeicherraumes von klüftigen Gesteinen stellt eines der schwierigsten Probleme in der Hydrogeologie dar. Die heute meist verwendete Methode, den Kluftraum über den Kluftabstand und die nur schlecht meßbare Kluftöffnung zu ermitteln, bringt Unsicherheiten in der Größenordnung von + 100% und - 50% mit sich. Eine weitere Schwierigkeit bereitet die Beantwortung der Frage, inwieweit sich die über Tage gemessenen Kluftwerte auf die Verhältnisse unter Tage übertragen lassen. Die hier dargelegte Methode geht auf Arbeiten von HUBER (1916) zurück, der im Jeschken-Gebirge in Böhmen Kluftbestimmungen mit Hilfe des Trockenwetterabflusses von Quellen durchführte. Am Beispiel des Einzugsgebietes der Lohr (nordöstlicher Spessart) wird das Verfahren unter Zuhilfenahme moderner Methoden modifiziert wiedergegeben. Nach einer detaillierten Wasserbilanz lassen sich Aussagen über die Größe des unterirdischen Einzugsgebietes machen. Aus der Höhenlage benachbarter Vorfluter kann der entwässerbare Gesteinskörper durch hydrogeologische Profile näher definiert werden. Nach der Methode von MAILLET läßt sich schließlich über den Austrocknungskoeffizienten a der Wasservorrat bei maximaler Auffüllung des Grundwasserspeichers angeben. Da es sich bei den Sandsteinen des behandelten Gebietes ausschließlich um Kluftwasserleiter handelt, ist der Wasservorrat dem Kluftvolumen des mit Wasser erfüllten Gesteinskörpers gleichzusetzen.

Abstract

The measurement of the water storage volume in fractured rocks is one of the most difficult problems in hydrogeology. Today the most common method to determine the fracture volume is to measure the distance and the opening of the fractures in outcrops. This may include an error in the order of + 100% to - 50%. Furthermore it is unknown, how the results can be extrapolated for underground. The method described in this paper is based on HUBER who determined fracture porosities in the Jeschken mountains in Bohemia by means of the baseflow of springs in 1916. The drainage basin of the Lohr (in the northeast of the Buntsandstein-Spessart) is used as model to demonstrate the new modified method. Predictions about the size of the Underground drainage basin can be made by detailed water balance. In hydrogeological sections the dewaterable rock volume can be determined sufficiently. The water storage at times of maximum recharge of groundwater is calculated by using the dessicate coefficient a according to the method of MAILLET. In sandstone of the latter area water is transmitted only in fractures, therefore the volume of the water storage and that of fractures are identical.

Keywords

Wasser-VorratKluftGrundwasser-BilanzMathemat. Gesetz. - SO-Deutsch. Bergland (Spessart).