Original paper

Zum Problem der evaporitführenden neogenen Sedimente im mediterranen Raum

Braune, K.; Heimann, K.-O.; Fabricius, F.

Kurzfassung

Die Tiefseebohrungen des JOIDES-Programmes 1970 im Mittelmeer (Fahrt 13 der GLOMAR CHALLENGER) haben einen ersten interessanten Einblick in den Aufbau des Meeresbodens erbracht. Dabei stellte sich heraus, daß die Geschichte des Mittelmeers seit dem Tertiär einen Wechsel von marinen Sedimentationszeiten und bedeutenden Sedimentationsunterbrechungen darstellt. Die bisher als rein lokale Bildungen interpretierten Einzelfundpunkte obermiozäner Evaporite (z. B. die Solfifera-Serie auf Sizilien und die Gipsvorkommen auf den Ionischen Inseln) erhalten durch die Auffindung gleichaltriger Gipse und Anhydrite in den Bohrkernen sowohl des westlichen Mittelmeers (Bohrpunkte 121, 122, 124, 132, 133, 134) wie auch des östlichen Mittelmeers (Bohrpunkt 125) einen neuen paläogeographischen Rahmen: Sie müssen daher als ein großräumiges Faziesproblem an der Wende Mio-Pliozän angesehen werden. Im Bereich des zirkumionischen Raumes, insbesondere der Ionischen Inselgruppe fehlen bisher jegliche sedimentologische Untersuchungen des Neogens. Es galt daher nachzuprüfen, ob sich dort die gleichaltrigen Sedimente mit den Ergebnissen der Tiefseebohrungen und der sizilianischen Fundpunkte allgemeinfaziell und besonders in der Führung von Evaporiten vergleichen lassen.

Keywords

NeogenProfilCa Sulfat (Gips)Verbreitung Griechenland (Kephallinia)