Original paper

Ingenieurgeologie des Triebwasserstollens von Tavera, Dominikanische Republik

[Engineering geological studies on the Headrace tunnel of Tavera, Dominican Republic]

Wiesner, Erich

Kurzfassung

Der Triebwasserstollen von Tavera verläuft ca. 4 km etwa querschlägig durch die oligo-miozänen Tavera-Schichten, eine Flyschserie, in die mächtige Konglomerate eingeschaltet sind. Der Tunnel mit hufeisenförmigem Querschnitt und einem Ausbruchradius von ca. 3,75 m wurde mit durchschnittlich 5 m pro Kalendertag und Front von zwei Fronten vorgetrieben. Der temporäre Verbau war in hohem Maße gesteinsabhängig. Er wurde nicht schematisch gehandhabt, sondern den jeweiligen Erfordernissen angepaßt. Wegen des niedrigen E-Moduls des Gebirges war eine Vorspann-Injektion vorgesehen. Vorher wurden Kontakt-Injektionen ausgeführt. Über einen großen Teil des Tunnels wurde versucht, durch Injektionen die Schwundrisse im Beton zu schließen. Weiterhin wurden Störungen und Großklüfte durch besondere Injektionen geschlossen, die genaue geometrische Überlegungen nötig machten. Die Aufnahmemengen für Zement waren bei den Injektionen, wie schon vorher alle wichtigen Daten, stark gesteinsabhängig. Eine Druckabhängigkeit der Aufnahmen ist nicht nachweisbar. Wasserabpreßversuche im offenen Stollen brachten im Schluffstein ein Aufreißen der Schichtung bei 21 bis 24,5 atm bei sonst dichtem Gebirge. Wasserabpreßversuche nach der ersten Phase der Vorspann-Injektionen zeigten z. T. fallende Wasseraufnahmen bei steigendem Druck und umgekehrt.

Abstract

The headrace tunnel of Tavera runs approximately 4 km more or less diagonally through the oligo-miocene Tavera Formation, a flysch series, in which are inserted thick conglomerates. The tunnel driven with a horse shoe cross section and approximately 3.75 m radius of excavation advanced on average 5 m per calendar day on each of the two faces. The temporary supports were highly dependant on the type of rock encountered and were not standardized but adapted according to the state of the rock. On account of the low E modulus prestress grouting has been provided after initial contact grouting. In an attempt to seal the shrinkage fissures cement and sand was injected over a long section of the tunnel. The faults and large joints were sealed with specifically orientated injections, which necessitated exact geometrical considerations. The amount of grout absorbed was exceedingly dependant on the rock type, as were the other important data. A relationship could not be found between the grouting pressure and the absorption quantity. Water pressure tests in the tunnel before placing the lining burst the rock in the bedding planes of the siltstone between 21 and 24,5 atm. The rock proved to be watertight. After the first phase of pressure grouting some water pressure tests showed a decrease of water intake with an increase of pressure and vice versa.

Keywords

Underground canalisationflyschconglomerateOligoceneMioceneinjection Dominican Republic (Tavera)