Original paper

Tektonik und Diapirismus der östlichen Zagrosketten

[Tectonics and Diapirism of the Eastern Zagros Mountains]

Fürst, Manfred

Kurzfassung

Vom Hinterland von Bandar Abbas-Bandar Lengeh zwischen ca. 54°20' bis 56°00' E und von der Küstenlinie im S bis ca. 27°20' N wurden mit Unterstützung der DFG eine photogeologische Strukturanalyse durchgeführt und die dabei gewonnenen Ergebnisse nach Überprüfung durch Geländebefahrungen auf 3 Blättern im Maßstab 1:100 000 dargestellt, von denen Verkleinerungen beigefügt sind (Tafel 1, 2, 3). Die auskartierten Antiklinalzüge zeichnen sich durch intensive Zerstückelung aus; charakteristisch sind lineare Kollapsstrukturen, wie Scheitel- und Flankengräben sowie Staffelbrüche, als auch zirkulare Kollapsstrukturen, nämlich calderaähnliche, durch Salzauflösung im Untergrund entstandene Solutionskessel (cauldron). Die Analyse des tektonischen Inventars bestätigt, daß die regionalen Faltenzüge des Zagrosgebirges auf Salzkissen loziert sind. Antiklinalen sind häufig in Streichrichtung als auch senkrecht bis diagonal (NE-NNE und NW-NWW) durch Störungen begrenzt. Neben den bekannten langgestreckten Synklinen finden sich "Dreiecksmulden"; teilweise fehlen Synklinalen gänzlich, so daß - begrenzt durch Störungen - Antiklinale an Antiklinale grenzt. Das Achsenstreichen von Antiklinen und Synklinen variiert zwischen E-W und NE-SW. Die im Untersuchungsgebiet auskartierten Salzstöcke sind gesetzmäßig verbreitet: sie haben das Deckgebirge dort durchstoßen, wo das Achsenstreichen von Antiklinen oder Synklinen bis max. 90° umknickt oder dort, wo Sättel und Mulden entlang querschlägigen und diagonalen Störungen bereits voneinander abgeschert sind. Blattverschiebungen und das Umknicken von Antiklinen und Synklinen liefern den Nachweis von Schollenrotationen im Sinne der Plattentektonik. Nur durch diese tektonische Beanspruchung kann das Problem der Raumschaffung für den Aufstieg der Salzmassen erklärt werden.

Abstract

The hinterland of Bandar Abbas-Bandar Lengeh, from the shore line in the south to about 27°20' N and between 54°20' E to about 56°00 E, was subject of a photogeological analysis combined with ground checks, which were financially supported by Deutsche Forschungsgemeinschaft. The achieved results were composed to three maps having an approximate scale of 1:100 000 of which reductions are attached (plate 1, 2, 3). Regional anticlines are intensively fractured by normal faults, crest and flanc grabens, step faults as well as by circular collaps structures (cauldrons). The tectonic inventory found within the area confirms that any regional anticline is located upon a salt cushion. Anticlines are frequently bordered by striking faults and those faults trending NE to NNE and NW to NNW. "Three-side-synclines" are found beside of the known regional synclines but the latter ones are missing wherever anticlines are directly bordered by anticlines separated by a fault line. Strike of anticlines and synclines varies between E-W to NE-SW according to geographic position. The mapped diapirs are regularly distributed: they have pierced to the surface at those locations where anticlines change their striking directions up to 90° maximum or at vertical to diagonal intersections along which structures are sheered off and laterally displaced. Turning and sheering off prove rotational movements of basement and its sedimentary cover; furthermore only by rotation the problem of space being necessary for migrating of the huge salt masses can be explained.

Keywords

Photogeologyanticlinesalt domefault Systemstrikeslip-faultrotationplate-tectonics Iran (Zagros)