Original paper

Main Aspects of Geosynclinal Sedimentation in the Rhenohercynian Zone

Franke, Wolfgang; Eder, Wolfgang; Engel, Wolfgang; Langenstrassen, Frank

Kurzfassung

Die Entwicklung des Rhenohercynikums läßt sich in drei Hauptabschnitte gliedern, die jeweils unterschiedliche tektogenetische Phasen abbilden. Die neritischen Klastika des Devons sind als kaledonische Molasse aufzufassen. Ihr allmählicher Rückzug nach NW ist wahrscheinlich keine Vorwegnahme der synorogenen NW-Polarität, sondern spiegelt die ausklingende Hebung und die Einrumpfung des Old Red-Gebietes wider. Vom späten Unterdevon bis zum Unterkarbon II ist eine Zerblockung in SW-NE-gerichtete Krustenstreifen erkennbar, die die Sedimentverteilung steuern. Basaltische Vulkanite und geringmächtige pelagische Sedimente scheinen ozeanische Verhältnisse anzudeuten. Jedoch läßt sich zeigen, daß die Wassertiefe meist weniger als 1000 m betragen hat. Ein Teil der "ozeanischen" Sedimentation (z. B. isochrone Schwarzschiefer-Horizonte) gehorcht ohnehin weltweit wirksamen Steuerfaktoren (eustatische Meeresspiegel-Schwankungen?) und erlaubt daher keine Rückschlüsse auf örtliche Verhältnisse. Der Chemismus der Geosynklinal-Vulkanite läßt keine Gleichsetzung mit dem Vulkanismus an rezenten Plattenrändern zu. Die geosynklinale Absenkung kommt während des Devons und tiefen Unterkarbons auch in den zuvor stark abgesenkten Bereichen zum Erliegen, in dem Maße wie sich die neritische Sedimentation nach NW zurückzieht. Diese Epoche der Stagnation ist keine geodynamisch eigenständige Phase der Geosynklinal-Entwicklung, sondern entspricht dem "Normalzustand" der Kruste, nach bzw. außerhalb der kaledonischen Molasse und vor dem Einsetzen der variskischen Orogenese. Dies läßt sich durch Vergleiche mit anderen Teilen der europäischen Variskiden belegen. Der Beginn der variskischen Orogenese läßt sich an einer sprunghaften Beschleunigung der Flysch-Sedimentation im Unterkarbon III ablesen, die in den variskischen Außenzonen von Europa nachweisbar ist.

Abstract

The geosynclinal development of the Rhenohercynian Zone, as seen from the Rheinisches Schiefergebirge, can be subdivided into three main phases which are briefly described and discussed in terms of geodynamic significance. I) Caledonian Molasse, with rapid accumulation of neritic Sediments derived from the ORS continent, and with strong synsedimentary subsidence, both receding northwards through Devonian time, followed by and giving way to a II) Phase of Stagnation, with diminished subsidence and Sedimentation. Synsedimentary faults and volcanic lineaments (Emsian to Viséan, keratophyres, basalts), anticipating the tectonic strikedirection (SW-NE), are the only evidence of geotectonic activity. The condensed pelagic sequences of phase II have been deposited at moderate depths, probably less than 1000 m. There is no evidence of a Rhenohercynian ocean. The Rhenohercynian phase II compares well with Devonian sequences elsewhere in Europe and seems to reflect a period of general geotectonic quiescence, which is disturbed only in areas subject to Caledonian influence. III) Variscan flysch-sedimentation, in most of the Rhenohercynian Zone and in the southern parts of the Variscan belt, Starts (or rapidly accelerates) in cd III alpha (upper Viséan), indicating a sudden onset of orogenic activity.

Keywords

GeosynclineDevonianDinantianclastic rockvolcanic rockhercynian orogenyflyschpaleogeographygeological section Europe (Rhenohercynicum)