Original paper

Synorogenic Gravitational Transport in the Carboniferous of the Montagne Noire (S-France)

Engel, Wolfgang; Feist, Raimund; Franke, Wolfgang

Kurzfassung

Die südvergenten Decken der Montagne Noire enthalten vollständige und für den westmediterranen Raum typische Profile durch das Paläozoikum. Mit einer sedimentologisch-paläogeographischen Untersuchung des Karbon-Flysches wurde begonnen. Über hellen Lyditen und Kalk-Turbiditen des höheren cd II ("calcaire à colonnes") folgt eine Grauwacken/Tonschiefer-Serie mit Konglomeraten des cd III alpha bis gamma. Die Grauwacken und die älteren Konglomerate sind Turbidite, deren Proximalität zum Hangenden hin zunimmt. Im cd III gamma sind möglicherweise nicht-turbiditische Sedimentations-Mechanismen beteiligt. Ab cd III gamma treten Gleitschollen von unterkarbonischen Flachwasser-Kalken auf, deren "Korngröße" zum Hangenden hin zunimmt und maximal etwa 500 m erreicht. Am Aufbau der Rutschmassen sind auch proximale Kalk-Turbidite beteiligt. Die Kalkschollen wurden bisher als autochthone Einschaltungen ("Productus-Riffe") aufgefaßt. Im höheren Teil der Schichtenfolge treten neben den Karbonkalk-Schollen auch Gleitschollen älterer Gesteine auf (cd II-Lydite und -Kieselkalk, Devon-Dolomit, Ordoviz-Quarzit). Die normale Flysch-Sedimentation geht immer stärker zugunsten der Verfrachtung "en bloc" zurück, und es vollzieht sich ohne scharfe Grenze der Übergang in die Zone der "Klippen von Cabrières", die bereits von früheren Bearbeitern als gravitativ verfrachtete Decken-Schollen gedeutet wurden. Die Sedimentation des karbonischen Wildflysches hat vermutlich vor dem Stirnbereich der sich nach S vorschiebenden Decken stattgefunden, die demnach bereits während des oberen Visé oder Namur in Bewegung waren. Vergleichbare Konglomerate und Gleitmassen treten im Karbon des Massivs von Mouthoumet und der Ost-Pyrenäen auf. Im nördlichen Varistikum bieten sich Olisthostrome und Gleitdecken des Süd-Harzes, vor allem aber Konglomerate und isolierte Sedimentschollen im Karbon der Frankenwälder Schuppenzone zum Vergleich an.

Abstract

The Carboniferous flysch south of the Roquessels fault and west of the "écailles de Cabrières" is part of the Mt. Peyroux nappe, and is exposed in a complete section between the synform of Roquebrun and the "écailles". The flysch is. like the nappes, derived from northern directions. It is essentially composed of shales and greywacke turbidites, with intercalations of conglomerate turbidites, non-turbiditic conglomerates, few limestone turbidites, limestone breccias (slumps,? minor olisthostromes), big allochthonous blocks of Viséan shallow water limestones (up to now interpreted as reefs in situ), and isolated slabs of Palaeozoic Sediments. The sequence, as a whole, shows a pronounced coarsening upwards, which culminates in the emplacement of the "écailles de Cabrières" as miniature gravitational nappes. The sequence is interpreted as a "wildflysch", deposited in front of the advancing nappes. The Montagne Noire flysch-front is continued in the Mouthoumet massif and in the northeastern Pyrenees. Its analogues on the north side of the Variscan belt are seen in the Harz and in the "Frankenwälder Schuppenzone" of northeastern Bavaria.

Keywords

Nappedynamicsvariscan orogenyCarboniferousflyschturbiditeolistostromegravity tectonicsintraformational Central Massif (Montagne Noire)