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Postalpine Geodynamik Thessaliens (Griechenland)

[Postalpine Geodynamics in Thessaly (Greece)]

Doutsos, Theodor

Kurzfassung

Mit der Beendigung der eozänen Falten- und Deckentektonik schließt in Thessalien die Zeit seitlicher Krusteneinengung ab und es beginnt eine Epoche epirogenetischer vertikaler Dehnungstektonik. Der hier betrachtete Krustenabschnitt liegt im Grenzbereich zwischen den nacheozän isostatisch herausgehobenen Zentralhelleniden und dem Ägäischen Raum. Letzterer wird von einer rezenten (postpliozänen) Krustenaufbeulung im Rückland der Orogenfront betroffen. Diese beiden nacheinander folgenden, aber auch ineinandergreifenden geologischen Prozesse führten zur Bildung von zwei Spannungsfeldern unterschiedlicher Orientierung (sigma1, sigma2, sigma3, sigma'1, sigma'2, sigma'3), die sich in einer distraktiven Bruchtektonik äußern. Im Rahmen der nacheozänen Gefügeprägung bilden sich trogartig einsinkende intramontane Becken und im Kristallin-Bereich aufsteigende Antiklinalgewölbe unter gleichzeitiger Bildung, penetrativer "kink-folds". Im Grenzbereich zwischen beiden Strukturtypen entwickeln sich langgestreckte NW-SE streichende Randverwerfungen, die von antithetischen Scherflächensystemen begleitet werden. Andererseits hat ein NW-SE und SW-NE orientiertes orthogonales Bruchsystem in den intramontanen Becken den Sedimentationsprozeß erheblich beeinflußt und später dann den Sedimentkörper selbst weitgehend überprägt. Eine in NNE-SSW gestreckte Gewölbestruktur im Ägäischen Raum wirkt sich bis nach Thessalien aus. Sie erzeugt Bruchstrukturen, die NNE-SSW- bzw. WSW-ENE-Streichen aufweisen. In den jungen Sedimentserien herrschen Trennbrüche vor, während im Kristallin Verschiebungsbrüche dominieren. E-W bis WNW-ESE streichende Bruchsysteme haben zur Bildung von Quertälern wie dem Tempi-, Koutsohiron- oder Amygdalea-Tal beigetragen. Der Vorgang einer Gewölbebildung mit genetisch zugehöriger Enwicklung von Gräben im Bereich eines konsolidierten Krustenbereiches wird in dieser Arbeit als "Tholotaphroenese" bezeichnet.

Abstract

At the end of the late-eocene Foldparoxysm and nappe ovethrusting in Thessaly finished the time of horizontal Crustsortening and began a period of epeirogenetic vertical tectonic tension. This crustregim is located between the uplifted Centralelleniden of late Eocene and the Aegean area which is updomed since postpliocen in hinterland of the East-Mediterranean arc. These succesive tectonic Processes lead to shape strikedifferent Stress-distribution (sigma1, sigma2, sigma3, sigma'1, sigma'2, sigma'3) which produces distractive fractural tectonics. Intramountain basin and Crystalline Anticlines (tectonic window of Ossa) with contemporary Kinkfolds are originated during the late-eocen s overprinting fabric. NW-SE striking major normal faults have been developed at the place of Inversion and they are accompanied from antithetic shear-planes. A right angled and normal to the bedding fault-joint-System affected the Sedimentation process and it has overprinted the depositional structures. Influence from NNE stretched updoming of the Aegean crust produced N. NNE, and W. WSW striking fractural displacement. Bedrocks are deformed from tension-fractures while crystalline rocks are deformed from normal faulting. W-E striking normal faults contributed to the Genesis of Tempi-Koutsohiron and Amygdalea s River Valey. The tectonical action which shapes the primärtectonic Anticline-Basin and the secondary tectonic Taphrogenesis on a cratonic continualy up-lifted crustsegment is called here Tholotaphrogenesis.

Keywords

Neotectonicsupdomingupliftepirogenydilationfracture Systemgrabenfaultstructural elementaerial photograph Thessalia