Original paper

Eine neue Methode zur Interpretation geoelektrischer Tiefensondierungen bei der Prospektion auf Grundwasser

[A new Method for the Interpretation of Geoelectric Deep Soundings for Groundwater Prospecting]

Dorn, Matthias

Kurzfassung

Bei der Interpretation geoelektrischer Tiefensondierungen (GTS) können auf Grund des Äquivalenzprinzips mehrere verschiedene Auswertungen einer Kurve existieren. Um Fehler bei der Interpretation zu vermeiden, müssen externe Daten (geologische Karten, Bohrungen, bohrlochgeophysikalische Daten etc.) herangezogen werden, um daraus ein geologisches Konzept zu entwickeln. Anhand einer von FLATHE (1974) veröffentlichten Modellkurve kann gezeigt werden, daß es methodisch zwei Ebenen gibt, die es bei der Auswertung einer Sondierungskurve zu beachten gilt: die Grobgliederung und die Feingliederung. Erstere ergibt sich immer aus dem Eigeninformationsgehalt der Kurve, nur die zweite benötigt noch ein geologisches Konzept. Wird die Geoelektrik angewandt auf Probleme der Grundwasserprospektion, läßt sich darüberhinaus bei der Interpretation der Feingliederung folgende Struktur erkennen: Wird in einem Aquifer mit einem zusammenhängenden Grundwasserkörper der spezifische Widerstand für den Aquifer konstant gesetzt, so werden die Ergebnisse ausschließlich durch die Wahl dieses spezifischen Widerstandswertes beeinflußt, nicht jedoch durch die Anzahl der Schichten. Die Ergebnisse sind so ähnlich, daß sie für eine spätere hydrogeologisch-ökonomische Prüfung stets die gleichen Voraussetzungen liefern. An bereits vorhandenen Kurven, die von FLATHE & BLOHM (1966) in Angeln, Schleswig-Holstein, gemessen wurden, werden die Gedanken beispielhaft dargestellt. Das von MUNDRY & DENNERT (1980) entwickelte Programm INGESO wurde für die Auswertung der Sondierungen herangezogen.

Abstract

Due to the principle of equivalence, several interpretations of geoelectric deep sounding (GTS) curves can be made. To avoid mistakes in the interpretation, external data have to be used (geological maps, drill cuttings or cores, geophysical data from boreholes etc.) for the development of a geological concept. A model curve published by FLATHE (1974), shows that there are two levels of information in the sounding curves. The first results from the curve alone and the second requires, in addition, a geological concept. If geoelectrics is used for groundwater prospecting, the following structure can be recognized for the interpretation of the lower level data: if the specific resistivity of an aquifer with a groundwater body is set to a constant, the results are influenced only by the selection of this specific resistivity value but not by the number of layers. The solutions are so similar that any one of them can be used for hydrogeological and economic analyses. This is explained by using already existing curves measured by FLATHE & BLOOM (1966) in Angeln, Schleswig-Holstein. The INGESO program developed by MUNDRY & DENNERT (1980), was used for the evaluation of the soundings.

Keywords

Ground waterdeep electrical soundingprospectingspecific resistivityaquifermethods Schleswig-Holstein