Original paper

Fundstellen mittelpleistozäner Tephralagen im Randbereich des Kristallinen Vorspessarts. Ein Beitrag zur Schwermineralogie und Stratigraphie quartärer Tephren

[Sites of Mid-Pleistocene Tephra Layers in the Northern Fringe of Crystalline Spessart Mountains. An Approach to Analysis of Heavy Minerals and Stratigraphy of Quaternary Tephra.]

Seidenschwann, Günter; Juvigné, Etienne

Kurzfassung

Aus dem nördlichen Randbereich des kristallinen Vorspessarts werden Quartärprofile mit bisher nicht bekannten Tephralagen beschrieben. Der Nachweis mehrgliedriger Tephralagen kann an fünf Fundstellen geführt werden. Vier der Vorkommen liegen innerhalb der frühmittelpleistozänen Talverschüttungssedimente des Kinzig- bzw. Kahlgebietes. Aufgrund geomorphologischer, terrassenstratigraphischer, paläopedologischer und palynologischer Befunde sind die Talverschüttungssedimente mit den Tephralagen in die siebtletzte Kaltzeit bzw. in eine Kaltzeit innerhalb des Cromer-Komplexes i. S.v. ZAGWIJN et al. (1971) zu datieren. Die bisherigen palynologischen Untersuchungen legen eine Einstufung dieser Straten in die Kaltzeit zwischen Cromer II und III nahe. In dieser Sedimentserie lassen sich in drei Profilen von Freigericht-Somborn und Gelnhausen-Hailer insgesamt drei Tephralagen unterscheiden, deren Korrelation aufgrund von Schwermineralspektren bestätigt werden kann. Für diese Tephren wird die Bezeichnung "Jüngere" bzw. "Mittlere" und "Ältere Somborner Tephralage" vorgeschlagen. In der gleichen Sedimentserie, im höheren Abschnitt der Talverschüttung des Kahltales, lassen sich im Profil der Ziegeleigrube Zeller in Alzenau i. Ufr. zwei Tephralagen nachweisen, die aufgrund quantitativer und zum Teil qualitativer Unterschiede in der Mineralführung mit den Somborner Tephren nicht korreliert werden können. In Anlehnung an die Fundstelle wird dieses Vorkommen als "Alzenauer Tephralage" bezeichnet. Eine weitere zweigliedrige Tephralage im Profil der Grube Sell, Alzenau-Kälberau, läßt sich in die vorletzte Kaltzeit oder früher einstufen. Für diese Tephra wird die Bezeichnung "Kälberauer Tephralage" vorgeschlagen.

Abstract

Quaternary profiles with formerly unknown tephra layers are described from the northern Crystalline Spessart Mountains, The existence of multiple tephra layers could be proven at five different sites. Four of these tephra-occurences are located within the valley aggradation sediments of the Kinzig -- respectively Kahl -- Valleys. Based on geomorphological, palaeo-pedological and palynological evidence, as well as on the terrace stratigraphy, these tephra can be attributed to the seventh last cold period, respectively to a cold period of the "Cromer complex" in the sense of ZAGWIJN et al. (1971). It is likely that they belong to the cold period between Cromer II and III. We propose the names "Old", "Middle" and "Young Somborn Tephra Layer" for these volcanic deposits, as they were first found near the village of Freigericht-Somborn. For a tephra layer from the brickyard at Alzenau in Lower Frankonia, we suggest the name of "Alzenau Tephra Layer". Another tephra layer within the sediments of the brickyard in Alzenau-Kälberau can be attributed to the second last cold period or a former one. For this tephra layer we propose the name "Kälberau Tephra Layer".

Keywords

Geological sectionsMiddle PleistoceneCromeriantephralight mineralsheavy mineralsmarker bedsageterraces Southwestern German MassifsSpessartHesse (SombornHailer)Bavaria (AlzenauKälberau) TK 25: Nr. 58205920