Original paper

Bestimmung der Paläowindrichtung mittels Runzelmarken am Beispiel einer Platte aus der oligozänen Baid-Formation (SW-Saudi-Arabien)

[Determination of Paleowind Directions by Wrinkle Marks. An Example from the Baid-Formation (Oligocene, SW Saudi Arabia)]

Roscher, Bernd

Kurzfassung

Die Richtungsrose von Kammlinienlinearen experimentell erzeugter Runzelmarken zeigt ein Maximum, das senkrecht zur Blasrichtung liegt. Die Häufigkeitsverteilung von Linearrichtungen fossiler Runzelmarken stimmen mit den experimentell erzeugten Häufigkeitsverteilungen überein, so daß sich aus der Lage der Maxima die Palöowindrichtung ableiten läßt. Während der Ablagerung der Baid-Formation drehte die Windrichtung in einem jahreszeitlichen Wechsel von NE im Winter nach NW im Sommer. Die feinlaminierte Hell/Dunkel-Wechselfolge der Baid-Sedimente repräsentiert eine Warvensedimentation, in der über die zyklische elfjährige Wiederholung von geringmächtigen Warven der Sonnenfleckenzyklus dokumentiert ist. Aus dem Vergleich der Paläoströmungsrichtung einzelner Profilpunkte ergeben sich unterschiedliche postsedimentäre Schollenrotationen, die in Betrag und Bewegungssinn mit tektonischen Befunden übereinstimmen.

Abstract

Orientation patterns of experimentally produced wrinkle marks in general resemble those patterns measured in fossil examples. The bulk of wrinkle marks develops perpendicular to the wind direction. During deposition of the Baid formation the wind direction changed in an annual cycle from NE in winter to NW in summer. The light/dark laminae represent a varve sedimentation. An average cyclic recurrence of very thin varves every 11 years probably reflects the solar cycle. Postsedimentary rotations of individual fault-bounded blocks can be reconstructed by comparing the orientation of current indicators as measured in field.

Keywords

Wrinkle markspaleowind directionsvarvessunspot cyclesOligocene (Baid-Formation)postsedimentary block rotation Saudi Arabia (Wadi Sabya)