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Die 1994 erschienenen amtlichen geologischen Karten der Bundesrepublik Deutschland

Neumann-Mahlkau, Peter

Kurzfassung

Das Jahr 1994 kann gegenüber 1993 als ein produktives Jahr der Geologischen Landesämter bezeichnet werden -- hat sich doch die Zahl der publizierten Karten fast verdoppelt. Getrübt wird dieses Bild allerdings dadurch, daß 25 unveränderte Nachdrucke bei den geologischen Spezialkarten im Maßstab 1 : 25 000 mitgerechnet sind. Ferner hat das Geologische Landesamt Baden-Württemberg 35 vorläufige geologische Karten als digitale Plots veröffentlicht. Damit schrumpft die Zahl der echten Neuaufnahmen der GK 25 auf 15 Blätter zusammen. Da bisher von den fast 3000 Blättern der GK 25 erst 61,3% erschienen sind (ZITZMANN 1994), wird hier ein echter Nachholbedarf der amtlichen geologischen Landesaufnahme offenkundig. Erfreulich ist der Fortschritt in der Herausgabe der Übersichtskarten. So ist die GK 200 für den Westteil der Bundesrepublik fast vollständig erschienen. Auch die Karte der oberflächennahen Rohstoffe (KOR) 200 macht für den Nordwestteil der Bundesrepublik gute Fortschritte. Ebenso verfügen nunmehr die neuen Bundesländer mit der Herausgabe der Übersichtskarten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen alle über eine entsprechende Karte ihres Landesgebietes. Mit der Herausgabe der Ingenieurgeologischen Karte von Berlin 1 : 5 000 in drei Blättern wird erstmals eine Tendenz in der Publikation geologischer Karten deutlich, die in Zukunft dazu führen wird, daß vielfach die Kartierergebnisse nicht mehr in der traditionellen Form gedruckt werden. Die drei 1994 fertiggestellten Blätter der Ingenieurgeologischen Karte von Berlin werden nämlich nicht mehr für den Druck vorgesehen. Sie sind ausschließlich digital verfügbar, das heißt als digitaler Kartensatz oder als Plot. Aber auch die noch traditionell gedruckten geowissenschaftlichen Karten werden zum Teil bereits als vollständige Datensätze angeboten. So werden mit dem Aufbau des Niedersächsischen Bodeninformationssystems NIBIS digitale Bodenkarten von Niedersachsen 1 : 25 000 (BK 25) auch digital abgegeben. Gleiches gilt für die Bodenkarte von Nordrhein-Westfalen 1 : 50 000 (BK 50), von der bis Ende 1995 flächendeckend digitale Datensätze vorliegen werden. Das digitale Vorhalten von Karten sollte in Zukunft zu einer leichteren Aktualisierung bei neu hinzukommenden Bohrungen oder Aufschlüssen und bei der Revisionskartierung der Blätter führen. Dieser positive Aspekt wird leider dadurch relativiert, daß zwischen den Datenverarbeitungssystemen der verschiedenen Länder oft keine Kompatibilität gegeben ist. Dies beruht einerseits auf den unterschiedlichen Programmen, die gut benutzt werden, andererseits aber auch darauf, daß keine einheitlichen und eindeutigen Begriffsdefinitionen verwendet werden. Nur die Bodenkunde hat es bisher geschafft, durch ihre Kartieranleitungen bundesweit in einer einheitlichen Sprache zu sprechen. Für die hydrogeologische Karte ist eine entsprechende Kartieranleitung in Arbeit. Soll für die GK 25 eine bundesweit kompatible EDV-Darstellung erreicht werden, ist es dringend notwendig, eine Klärung der Begriffe vorzunehmen. Die Kompilation der stratigraphischen Kürzel und Symbole wird derzeit bundesweit von den Landesämtern und der BGR mit Hochdruck betrieben. Erste Ergebnisse haben HINZE & POSSIN (1995) vorgestellt. Aber nicht nur die Stratigraphie, sondern auch Petrographie, Genese usw. müssen mit eindeutigen Begriffen in die Datenverarbeitung eingeführt werden.

Keywords

Publication (1994)inventorygeological mapssoil mapsgeotechnical mapseconomic geology mapsgravimetric mapsexplanatory textgeological survey Federal Republic of Germany