Original paper

Geogenes Arsen in Grundwässern Deutschlands unter Berücksichtigung der Aquifergeologie

[Natural arsenic concentrations in groundwaters in Germany with reference to aquifer geology]

Heinrichs, Gerold; Udluft, Peter

Kurzfassung

In Deutschland werden 1,5 Mio. Menschen von Wasserversorgungen mit Trinkwasser versorgt, die im Rohwasser einzelner Brunnen bei den Arsenkonzentrationen über dem neuen ab 1996 gültigen Grenzwert von 10 µg/l liegen. Mit der durchgeführten Bestandsaufnahme wird ein Überblick über die hydrogeologischen Ursachen für erhöhte Arsenvorkommen gegeben. Von geogenen Arsenkonzentrationen sind vor allem klastische Ablagerungen (Rotliegendsandstein, Buntsandstein, Sandsteinkeuper, Kreide, Tertiär, Quartär) betroffen. Desweiteren treten sie unter dem Einfluß von junger aktiver Tektonik auf (z.B. Rheintal-Graben). In den Kluftgrundwässern des kristallinen Grundgebirges und des Rheinischen Schiefergebirges treten vereinzelt besonders hohe Arsenkonzentrationen hervor, die auf Gangvererzungen zurückgeführt werden können. Lokal erhöhte Konzentrationen in Grundwässern (z.B. Muschelkalkaquifer) werden mit der Zuwanderung allochthoner Wässer aus unterlagernden Formationen in Verbindung gebracht.

Abstract

Approximately 1.5 mio. inhabitants in German are affected by changes in maximum allowances for arsenic in drinking water to 10 µg/l effective January 1996. In response arsenic concentrations in groundwater were investigated to establish causes of arsenic occurrence for each respective hydrogeological situation. Primarily Permian and Triassic, as well as Cretaceous, Tertiary, and Quaternary clastic sediments exhibit naturally elevated arsenic concentrations. Moreover, the influence of young active tectonics (Rheintalgraben) on these sediments appears to be relevant. Because of mineralized veins, particularly high arsenic concentrations occur occasionally in the joint aquifer systems of the crystalline basement and the Rheinisches Schiefergebirge. Locally elevated arsenic concentrations within some aquifers (e.g. Muschelkalk) are possibly due to groundwater mixing from underlaying formations.