Original paper

Die Tektonik des nordwestlichen Harzrandes - Ergebnisse der Hubschrauber-Elektromagnetik

[The tectonics of the northwestern margin of the Harz Mountains - Results of a helicopter electromagnetic survey.]

Jordan, Heinz; Siemon, Bernhard

Kurzfassung

Die paläozoischen Schichten des Harzes grenzen an Störungen gegen das nördliche und westliche Harzvorland, das von rund 2000 m mächtigen mesozoischen Schichten aufgebaut wird. An der Nordwestecke des Harzes war der Störungsverlauf bislang unklar, da mächtige Quartärablagerungen den Untergrund verhüllen. Hier wurde ein 200 km2 großes Gebiet "Rhüden - Lutter am Barenberge" aerogeophysikalisch vermessen. Mit der Hubschrauber-Elektromagnetik lässt sich die Verteilung des spezifischen Widerstandes im Untergrund bis etwa 100 m unter Gelände ermitteln. Die mesozoischen Schichten des Harzvorlandes bilden sich anhand ihrer stark variierenden spezifischen Widerstände hervorragend ab und lassen sich auch unter Quartärbedeckung kartieren, falls diese nicht zu mächtig wird. Für die Harzrand-Tektonik liefert die Kartierung folgende Ergebnisse: Aus der Harznordrand-Überschiebung, die westlich von Hahausen ausklingt, geht bei Langelsheim die nach Norden umbiegende Lutterer Überschiebung hervor. Nach Westen taucht das Harz-Paläozoikum flach unter die mesozoische Decke ab; erst die Nettetal-Störung bildet die tektonische Westgrenze der Harzscholle. Ein weiteres Ergebnis ist ein Vorkommen versalzenen Grundwassers im Untergrund von Rhüden: Es kommt zum einen von Westen aus dem Rhüdener Salzsattel, steigt zum anderen aus größerer Tiefe an der Nettetal-Störungszone auf und fließt unten in den Nette-Flussschottern nach Norden ab.

Abstract

The Paleozoic strata in the Harz Mts. are in faulted contact with Mesozoic strata to the north and west. At the northwest edge of the Harz, the location of the fault has been unclear, owing to the thick overlying Quaternary deposits. A geophysical helicopter survey was conducted in the Rhüden-Lutter am Barenberge area to obtain more information. The EM data provide information about the electrical conductivity distribution down to a depth of about 100 m. When the Quaternary cover is not too thick, the Mesozoic strata can be easily distinguished owing to the large differences in their resistivities. The electromagnetic survey of the 200 km2 area yielded the following results: The Northern Harz Thrust ends west of Hahausen; the Lutter Thrust bends north near Langelsheim. The Paleozoic strata plunge westward below the Mesozoic deposits at a shallow angle. The Nette Valley fault forms the west tectonic boundary of the Harz block. A sahne groundwater was mapped in the area of Rhüden; it comes from the area of the Rhüden salt anticline to the west and from great depth along the Nette Valley fault zone and then flows northwards in the gravels of the Nette River.

Keywords

mountainsPaleozoicperipheral faultssedimentary basinsMesozoicstratigraphyhelicopter methodselectromagnetic surveysfaultslocalization