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Der Korallenoolith (Oberjura) im Osterwald (NW-Deutschland, Niedersächsisches Becken): Fazielle Entwicklung und Ablagerungsdynamik

[Facies development and facies architecture of Korallenoolith Formation (Upper Jurassic) in Osterwald Mountains (NW Germany)]

Helm,C.; Reuter,M; Schülke,I

Kurzfassung

Im Steinbruch am Hainholz wurde ein Standardprofil für den Korallenoolith des Osterwaldes auf Grundlage mikrofazieller Untersuchungen erarbeitet und hinsichtlich fazieller Abfolge interpretiert. Die untersuchte Schichtfolge umfaßt 42 Profilmeter diverser Flachwasserkarbonate. Sie lassen sich lithologisch in drei Abschnitte gliedern: (1) eine ca.26 m mächtige, lithologisch relativ "monotone" Abfolge von Kalkoolithen, die mit mergeligen, Ooid-führenden Schillkalksteinen einsetzt und durch eine markante Diskontinuitätsfläche begrenzt wird (Ahrensberg-Member),(2) einen 12 m mächtigen Riffkomplex (Hainholz-Member, früher: Obere Korallenbank) aus KorallenThrombolith-Riffen und Riffschuttkalksteinen und (3) eine geringmächtige, lithologisch vielfältig ausgebildeten Abfolge von sandigem Kalkarenit, Kalkoolith und Cortoid-Kalkstein (BarenburgMember). Die im Steinbruch ausgehaltene lithologische Abfolge läßt sich ­ mit Variationen bezüglich fazieller Ausbildung und Mächtigkeit ­ im gesamten Osterwald wiedererkennen. Eine Korrelation mit Korallenoolith-Vorkommen außerhalb des Osterwaldes ist dagegen nicht möglich.Der Korallenoolith des Osterwaldes ist insgesamt geringmächtig.Abweichend von anderen Korallenoolith-Vorkommen ist die markanteste Diskontinuitätsfläche nicht im Top der florigemmaBank (,Hauptdiskontinuitätsfläche") sondern an der Basis einer koralligenen Abfolge (Obere Korallenbank) ausgebildet. Die Obere Korallenbank repräsentiert den größten bekannten oberjurassischen Riffkomplex des Niedersächsischen Beckens. Seine Existenz belegt, daß Riffkalksteine (Korallen-Thrombolith-Riffe) und Riffschuttkalksteine einen erheblich Anteil am Sedimentbudget des Korallenoolith aufweisen können.

Keywords

KorallenoolithFormationfaciesdevelopmentcoral reefs GermanyLower Saxony BasinOsterwald mountains