Original paper

Der Zeiler Schotter als Typusregion der Günzeiszeit im nördlichen Alpenvorland

[The Zeil gravel bed as type region of the Günz glacial period of the northern alpine foreland]

Schreiner, Albert

Kurzfassung

Der Zeiler Schotter ist durch niedrigen Kristallingehalt (0 ­ 3 %) gekennzeichnet. Er wird von drei Moränen überlagert, die höhere Kristallingehalte haben und durch Paläoböden voneinander getrennt sind. Die oberste Moräne ist eine Rißmoräne. Die mittlere ist die tief verwitterte Mindelmoräne des östlichen Rheingletschers.Unter ihr liegt das Interglazial von Unterpfauzenwald, das älter als Holstein sein dürfte. Die untere Moräne verzahnt sich mit dem Haslachschotter und entspricht dem Haslachglazial, das zwischen Mindel und Günz einzuschalten ist. Der Zeiler Schotter im Liegenden ist durch einen Paläoboden oder eine Erosionsdiskordanz getrennt. Er wird als Typusregion der Günzeiszeit im nördlichen Alpenvorland vorgeschlagen. Die Deckenschotter von Zeil, Wurzach, Ziegelberg, Haisterkirch-Rottum-Heggbach und FischbachHeggbach-Holzstöcke liegen besonders im südlichen Ursprungsgebiet in verschiedener Höhe. Sie sind aufgrund niedriger Kristallingehalte und ihrer relativen Lage zwischen älteren und jüngeren Schottern dem Zeiler Schotter gleich ­ und ebenfalls in das Günzglazial zu stellen. Älter als der Zeiler Schotter und seine Äquivalente sind die höher liegenden Schotter von Eichen-Erlenmoos und Erolzheim. Sie entsprechen wie der Zusamplattenschotter der Donau-Eiszeit bzw.-Kaltzeit.

Abstract

The Zeil gravel bed ist marked by a low content of pebbles of crystalline rocks (0 ­ 3 %). He ist superposed by 3 tills with higher content of pebbles of crystalline rocks and separated by palaeosols. The upper till is a Riss moraine. The middle is the deep weathered Mindel moraine of the eastern part of the Rhine glacier area. Below the Mindel moraine lies the Interglacial of Unterpfauzenwald, probable older than Holstein. The lower moraine is interfingered with the Haslach gravel bed and corresponds to the Haslach glacial period between Mindel and Günz. The Zeil gravel bed in the footwall is separated by a palaeosol or a erosional unconformity. The Zeil gravel bed may be proposed as type region of the Günz glacial period in the northern alpine foreland.Older than the Zeil gravel bed and his equivalents are the gravel beds of the Donau glacial period.

Keywords

Zeil gravel;Günz;Haslach;Mindel;Donau;interglacial Unterpfaunzenwald;Heggbach gravel;Holzstöcke gravel;Erlenmoos gravel Rhine glacier foreland;Baden-Wuerttemberg