Original paper

Dr. Christian Pander in St. Petersburg und Dr. Fr. V. Hagenow in Greifswald.

Beyrich, Heinrich Ernst

Kurzfassung

Vielen der hiesigen Geologen ist das Bild des liebenswürdigen russischen Gelehrten, den wir mit Stolz als Deutschen auch uns zurechnen können, durch seinen letzten längeren Aufenthalt in Berlin noch in lebhafter Erinnerung, und wir, betrauern mit seinen heimischen Freunden den Verlust des verdienstvollen Mannes, den auch wir seiner Herzlichkeit, Biederkeit und Bescheidenheit wegen hochschätzen lernten. Pander wurde am 12. Juli 1794 in Riga geboren, bezog 1812 die Universität Dorpat und setzte später seit 1814 seine Studien in Berlin und Göttingen fort. Er erwarb sich zuerst einen Namen in der Wissenschaft durch Arbeiten im Gebiete der Anatomie. Unter Anregung und Leitung von Döllinger in Würzburg begann er 1816 die für die Kenntniss der Entwickelung des thierischen Körpers später so einflussreich gewordenen Untersuchungen über die Entwickelung des Hühnchens im Ei, führte dann mit d'Alton eine grössere Reise aus durch Frankreich, Spanien, Holland und England, als deren Frucht hauptsächlich das schöne Werk über die Skelete der verschiedenen Säugethierfamilien hervorging. In's Vaterland zurückgekehrt, nahm Pander als Naturforscher Theil an der Gesandtchaftsreise, welche im Jahre 1820 unter Leitung des Barons Meyendorff nach Buchara ging. Im Jahre 1822 zum Adjunkt und 1823 zum ordentlichen Mitglied der Kais. Akademie der Wissenschaften ernannt, begann er seine Studien der Geognosie und Paläontologie zuzuwenden. Durch seine "Beiträge zur Geognosie des russischen Reichs" (1831) wurde er der Begründer der Kenntniss der silurischen Formationen Russlands.