Original paper

Über das Grauwackengebirge an der Ostseite des Altvatergebirges.

Roemer, Ferdinand

Kurzfassung

Die ersten organischen Reste, welche in demselben aufgefunden wurden, waren die von Göppert bei Leobschütz entdeckten Pflanzenreste, durch welche ein Theil des Grauwackengebirges dem Kohlengebirge zugewiesen wurde; eine Deutung, welche später durch die zuerst von Herrn v. Gellhorn bei Jägerndorf, nachher theils durch den Redner, theils durch die österreichischen Geologen in weiter Verbreitung aufgefundene Posidonomya Becheri völlig unzweifelhaft wurde. Ausserdem waren nur noch bei Engelsberg von Scharenberg animalische Versteinerungen aufgefunden worden, welche indess, obwohl von Scharenberg selbst für silurisch gedeutet, wegen der Unvollkommenheit der Erhaltung ein Anhalten zu einer sicheren Altersbestimmung nicht gewährten. Wichtiger sind die in neuester Zeit durch Herrn Halfar am Dürrberge bei Würbenthal in Quarzitschichten, welche Gneus zum unmittelbaren Liegenden haben, aufgefundenen Versteinerungen, unter denen Grammysia Hamiltonensis und Homalonotus crassicauda die einschliessenden Schichten für unterdevonisch, gleichaltrig mit der Grauwacke von Coblenz, erweisen. Einen weiteren Anhalt für die Gliederung des Grauwackengebirges gewähren ferner diejenigen Versteinerungen, welche ebenfalls durch Herrn Halfar bei Bennisch aufgefunden wurden in Kalksteinen mit sehr kleinen, eingesprengten Magneteisensteinoctaedern, welche sich in Begleitung von Kalkdiabasen und Schalsteinen von Sternberg in Mähren über Spachendorf und Bennisch bis nach Zossen unweit Jägerndorf verfolgen lassen. Heliolites porosa und die Goniatiten unter den Versteinerungen veranlassen den Redner, der in Rede stehenden Schichtenfolge ein oberdevonisches Alter beizulegen, und er hält es für wahrscheinlich, dass die zwischen den unterdevonischen und oberdevonischen Gesteinen auftretenden Schiefer und Grauwacken, aus denen auch die von Scharenberg bei Engelsberg aufgefundenen Versteinerungen stammen, als mitteldevonische Ablagerungen sich erweisen werden. Derselbe legte ein unter eigenthümlichen Umständen in einem Gesteinsstück erhaltenes Skelet einer Fledermaus vor, welches für die Bildungsart des oberschlesischen Galmeis von Interesse ist. [...] Endlich zeigte derselbe eine fossile Spinne aus dem oberschlesischen Steinkohlengebirge vor, welche von Herrn v. Schwerin in Kattowitz in den Schieferthonen des Myslowitzer Waldes entdeckt worden ist.