Original paper

Ueber das Buntkupfererz von Ramos in Mexiko und die Constitution dieses Minerals überhaupt.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Eine kleine Probe von derbem Buntkupfererz von Ramos in Mexiko, vom Geh. Bergrath Burkart mitgetheilt, ganz homogen, nur mit kleinen Quarzkrystallen verwachsen, schön bunt angelaufen, zeigte ein spec. Gewicht = 5,030 und verlor beim Erhitzen in Wasserstoffgas 2,54 pCt. Die Analyse ergab [...] Demnach hat das Buntkupfererz von Ramos, abgesehen von dem kleinen Bleigehalt, dieselbe Mischung, wie die Abänderungen von Ross-Island, Toscana, Chile, Bristol, Westmoreland, vom weissen Meere etc. Es giebt diese Untersuchung mir Anlass, über die chemische Natur des Buntkupfererzes überhaupt und der ihm ähnlichen Verbindungen einige Bemerkungen zu machen. Aus den Analysen krystallisirter Abänderungen folgt, dass sie aus 3 At. Schwefel, 3 At. Kupfer und 1 At. Eisen bestehen. Ob man sie als Cu2S + CuS + FeS = CuS + 2 1/2 1/2 Cu Fe S oder als 3 Cu2S + Fe2S3 sich zu denken habe, ist schwer zu sagen. In allen diesen Buntkupfererzen beträgt der Kupfergehalt 56 - 58 pCt. Nun liegen aber 10 Analysen von Buntkupfererzen vor von den verschiedensten Fundorten, in denen 60 - 63 pCt. Kupfer enthalten ist, und selbst 5 Analysen, welche nahe 70 pCt. Kupfer gegeben haben. Alle diese kupferreicheren Abänderungen sind freilich derb, wenigstens ist keine deutlich krystallisirte darunter, und es ist daher immer angenommen worden, sie seien Gemenge von Buntkupfererz und Kupferglanz. Dieser an und für sich so wahrscheinlichen Ansicht stehen indessen so entscheidende Gründe entgegen, dass man sie bei genauerer Prüfung unmöglich aufrecht erhalten kann.