Original paper

Ueber einige Aufschlüsse im Diluvium südlich und östlich von Berlin.

Koenen, Adolf Von

Kurzfassung

Nachdem im vergangenen Frühjahre die neuen Eisenbahnlinien von Berlin nach Cüstrin und nach Görlitz in Angriff genommen waren, unternahm ich es, die durch die betreffenden Erdarbeiten aufgedeckten Erdschichten zu untersuchen. Aeltere, sekundäre oder tertiäre Schichten sind zwar an keinem von mir besuchten Punkte entblösst worden, sondern ich habe nur eine Anzahl Profile im Diluvium gefunden; da aber gerade diese geeignet sind, Klarheit über die Gliederung der Diluvialschichten zu verbreiten, so scheint es mir nicht unangemessen das Ergebniss zu veröffentlichen. Wie dies auch schon Berendt in seiner sehr sorgfältigen Arbeit "über die Diluvialablagerungen der Mark Brandenburg" besonders für die Gegend von Potsdam dargethan hat, so finden sich auch östlich und südlich von Berlin im Diluvium drei Thonschichten, welche durch Sandschichten getrennt sind und noch über einer mächtigen Schicht sehr feinen Sandes liegen. Die unterste Thonschicht, der geschiebefreie oder Glindower "Diluvial-Thon" ist blaugrau bis schwarz, meist frei von allen Geschieben, und führt nur sehr selten kleine Kreide- und Feuersteinbrocken. Die beiden oberen, meist sehr sandigen und Geschiebe enthaltenden Thonschichten, den unteren und oberen Sandmergel Berendt's, führe ich als unteren und oberen Geschiebethon an, da dieser Name älter ist und mir weit bezeichnender scheint. Der Decksand, welchen Berendt als oberstes Glied zum Diluvium rechnet, gehört unzweifelhaft, wie dies auch Beyrich und Andere schon ausgesprochen haben, dem Alluvium an und verdankt seine Ablagerung derselben Zeit und denselben Agentien wie der Wiesenthon. Der ganz feine, plastische Sand, den Berendt mit dem Namen Schlepp bezeichnet, wird südlich genannt. So viel zur Erläuterung der im Folgenden gebrauchten Bezeichnungen.