Original paper

Eine Reihe von Handstücken des Eruptivgesteines, welches in den oberen Schichten des Unterrothliegenden nicht weit im Hangenden des quarzführenden Porphyrs der Rothenfelsen bei Münster a. Stein ein concordantes, intrusives Lager bildet

Laspeyres, Hugo

Kurzfassung

Herr Laspeyres legte eine Reihe von Handstücken des Eruptivgesteines vor, welches in den oberen Schichten des Unterrothliegenden nicht weit im Hangenden des quarzführenden Porphyrs der Rothenfelsen bei Münster a. Stein ein concordantes, intrusives Lager bildet, das von dem Norheimer-Tunnel der Rhein-Nahe-Eisenhahn durchfahren worden ist. Dieses Gestein, das man bisher mit den Namen Grünstein, Trappdiorit und Melaphyr belegt hat, ist für die Chemie, Petrographie und Geologie von mehrfachem Interesse. Einmal bildet es den Schlüssel zur Kenntniss der pfälzischen, bisher Melaphyr genannten Eruptiv-Gesteine, weil es ein ganz frisches Gestein ist von so grobkörnigem Gefüge, dass es dem Vortragenden möglich war, die einzelnen Gemengtheile zu einer Analyse rein auszulesen. Nach den chemischen und mineralogischen Untersuchungen besteht das Gestein aus 75,313 pCt. eines eingliederigen Feldspathes von der Zusammensetzung des Labradors, vielleicht verwachsen mit etwas Anorthit und Oligoklas, ferner aus 22,167 pCt. eines normalen Diallages (Bisilikat von Eisenoxydul, Kalkerde, Magnesia), weiter aus Spuren von Prehnit, 1,027 pCt. Apatit, 1,241 pCt. Magneteisen, 0,602 pCt. Titaneisen, 0,343 pCt. Kupferkies, 0,066 pCt. Kalkspath und 0,060 pCt. in Wasser löslicher Chlorverbindungen. Somit hat es sich unzweifelhaft herausgestellt, dass das vorgelegte Eruptivgestein ein normaler Gabbro ist. Derselbe bildet den Ausgangspunkt einer petrographischen Arbeit über die pfälzischen Melaphyre, denen sich der Vortragende seit einem Jahre zugewendet hat. [...] Derselbe legte ferner die von ihm in dieser Zeitschrift Band XVI. S. 453 beschriebenen, in der Porzellanerde von Dölau bei Halle a. S. befindlichen, sekundär gebildeten Anatas-Krystalle vor, sowie eine Concretion eines gestreiften Feldspathes mit Augit in der Nephelinlava von Niedermendig und Mayen in der Rheinprovinz. Der Vortragende hat den Feldspath im Laboratorium der Bergakademie zu Berlin analysirt und folgende Zusammensetzung gefunden: [...]