Original paper

Über das Resultat einer Untersuchung der Fauna des norddeutschen Mitteloligocäns

Koenen, Adolf Von

Kurzfassung

Herr v. Koenen theilte ferner das Resultat einer Untersuchung der Fauna des norddeutschen Mitteloligocäns mit, welche er vor einiger Zeit unternahm und vorläufig mit Bearbeitung der Gastropoden zu einem gewissen Abschlusse gebracht hat. Es finden sich an den verschiedenen Lokalitäten, besonders Stettin, Hermsdorf, Neustadt, Magdeburg und Söllingen, im Ganzen 107 Arten von Gastropoden, worunter 60 Siphonostomen. 27 jener Arten finden sich nur im nord-deutschen Mitteloligocän, von den übrigen 80 finden sich im Mainzer Becken 51, nämlich a. im Meeressande: 40 Arten; b. im Septarienthon : 23 Arten; im belgischen Thon von Boom, Bäsele etc.: 25 Arten; bei Kl. Spauwen etc.: 24 Arten; im Unteroligocän: 39 Arten und im Oberoligocän: 47 Arten. Die verhältnissmässig geringe Zahl der Arten, die das norddeutsche Mitteloligocän mit dem Mainzer Becken gemein hat, möchte wohl zum Theil daraus zu erklären sein, dass bei uns die brackischen Cerithienformen ganz fehlen und im Mainzer Becken die siphonostomen Gastropoden gegen die holostomen mehr zurücktreten. Ausserdem ist aber noch zu beachten, dass die Fauna des Mainzer Beckens im Ganzen wohl eine etwas mehr tropische Facies zeigt. Durch die besondere, nicht genug zu schätzende Güte besonders der Herren Weinkauff, Grotrian, Koch und Behm hatte Redner die sämmtlichen Vorkommnisse der verschiedenen Lokalitäten direkt vergleichen können und dadurch so manche interessante Identität festgestellt, so war z. B. Borsonia decussata Betr. = Pleurotoma obliquenodosa Sandbg. = Pl. uniplicata Speyer.