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Ueber die rothen und bunten Thone und die ihnen untergeordneten Glieder im südwestlichen Polen.

Zeuschner, L.

Kurzfassung

Die blutrothen und bunten Thone von Lublinitz und Woischnik in Oberschlesien und von Olkusz, Poremba, Mrzyglod, Pinczyce, Kozieglowy im südwestlichen Polen haben Oeynhausen, Pusch, V. Carnall als eine Abtheilung der Juraformation betrachtet. Mit den rothbunten Thonen verbinden sich in Polen und Schlesien verschiedene untergeordnete Felsarten, deren Verhältnisse aber von Pusch irrthümlich beurtheilt wurden. Die meisten derben Kalksteine, die auf das Engste mit den rothen Thonen verbunden sind, hat Pusch mit dem weissen Jura von Krakau, also mit dem Spongitenkalke, identificirt, die rothbunten Thone aber als Cornbrash oder Forestmarble und die Lager von sogenannter Moorkohle, die in grauem Thone eingebettet sind, als oberstes Glied der Juraformation betrachtet. Alle sind daher Glieder der rothen Thone. Ferdinand Roemer hat in zwei Aufsätzen in der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft Bd. XIV. und XV. bewiesen, dass die rothbunten Thone mit den weissen Kalksteinen, den breccienartigen Kalksteinen, feinkörnigen Sandsteinen, wie auch losen Sanden dem Keuper angehören. Im Durchschnitt des Zogelberges bei Woischnik sind diese Verhältnisse klar zu beobachten. Im Kalkstein finden sich charakteristische Versteinerungen, und zwar Rippen von Nothosaurus mirabilis; im Thoneisensteine, der untergeordnete Lager im rothen Thone bildet, Estheria minuta; bei Ludwigsdorf ebenfalls im Thoneisensteine hat Göppert mehrere Keuper-Pflanzen erkannt, wie Pterophyllum Oeynhausiannm Göpp., Pt. propinquum G., Pt. longifolium Ad. Brong. Somit ist das Alter der rothbunten Thone und ihrer untergeordneten Glieder als Keuper bestimmt. In Betreff der eigenthümlichen weissen Kalksteine und breccienartigen Gesteine, welche die Erkennung dieser Formation erschwert haben, macht Roemer darauf aufmerksam, dass dieselben sich weder in Frankreich, noch in Deutschland finden, und ich kann weiter bemerken, dass sie auch in dem rothen Keuper des Sandomirer Gebirges bei Kunow, Nietalisko und Ruda-Maleniecka fehlen. In den beiden verflossenen Sommern habe ich mich viel mit den geologischen Verhältnissen des südwestlichen Polens beschäftigt und habe die Roemer'schen Beobachtungen bestätigt gefunden.