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Ueber das Alter der Tertiärschichten bei Bünde in Westphalen.

Koenen, Adolf Von

Kurzfassung

Der Doberg bei Bünde ist wohl der schon am längsten bekannte Fundpunkt von Tertiärversteinerungen in ganz Norddeutschland. Graf Münster schilderte das geognostische Vorkommen nur äusserst kurz; etwas eingehender beschrieb dasselbe beiläufig F. Roemer in seiner trefflichen Arbeit über das Wesergebirge und zog zu den Schichten des Doberges noch diejenigen, welche in der Mergelgrube von Epmeier, am Fusse der Schwarzhorst, durch ein Bachthal vom Doberge getrennt, aufgeschlossen sind und früher schön erhaltene Sachen, besonders die Pleurotomaria Sismondai Goldf., geliefert haben, jetzt aber schon lange ausser Betrieb sind. Seit nun durch Beyrich's vorzügliche Arbeiten die Grundlagen für die Klassifikation der norddeutschen Tertiärschichten geschaffen sind, hat wohl kaum Jemand, besonders Jemand, der mit den einzelnen Schichten und ihren respectiven Versteinerungen genau vertraut gewesen wäre, in der Epmeierschen Mergelgrube gründlich sammeln können oder eine von Doberger Sachen gesondert gehaltene Suite aus derselben zu Gesicht bekommen. Hierdurch erklärt es sich denn, dass jene Schichten mit denen des Doberges zusammen seither für Ober-Oligocän galten. Als ich im vergangenen Jahre zum ersten Male von Herrn Göpne nach der ziemlich versteckt liegenden Epmeierschen Mergelgrube geführt wurde, fand ich zu wenig Versteinerungen, als dass ich aus diesen mir hätte irgend ein bestimmtes Urtheil bilden können; es fiel mir aber sogleich die petrographische Verschiedenheit dieser Schichten auf von denen des Doberges; es finden sich nämlich daselbst ca. 8 Fuss stark sandige, gelblich- und grünlichgraue Mergel aufgeschlossen und über diesen ca. 10 Fuss feste, graue, plattige, sandige Kalkbänke, während auf dem Doberge zuoberst jene festeren, in eigenthümlich knorrige Blöcke zerfallenden Schichten mit den bekannten grossen Echiniden liegen und darunter ein dunkelgrüner, milder Mergel von bedeutender Mächtigkeit, welcher in seinen oberen Schichten zahlreiche Versteinerungen, besonders Bivalven, in guter Erhaltung einschliesst und vor Allem reich an Foraminiferen ist.