Original paper

Ueber das Vorkommen hohler Kalkgeschiebe in Bayern.

Gümbel

Kurzfassung

Nachdem ich den Aufsatz des Herrn Laspeyres über hohle Kalkgeschiebe im 2. Hefte Bd. XVII. der Zeitschrift gelesen habe, glaube ich, dass es eine passende Gelegenheit sei, einige Notizen mitzutheilen, welche ich über denselben Gegenstand seither gesammelt habe. Die hohlen Geschiebe sind in unserer süddeutschen diluvialen Nagelfluhe in ihrer ganzen Verbreitung eine so allgemeine Erscheinung, dass sie für uns die Bedeutung des Aussergewöhnlichen völlig verliert. Hier in München lassen sich die hohlen Kalkrollstücke fast an jedem Bruchstück des häufig zu Bauzwecken verwendeten diluvialen Conglomerats bemerken, und wo immer in nächster Nähe der Stadt an den hohen Isarleithen durch Kalksinter verkittetes Diluvialgeröll der Beobachtung zugänglich ist, findet man auch die hohlen Geschiebe, z. B. an der Römerschanze bei Grünwald, in den Steinbrüchen von Deesenhofen und östlich von Haching u. s. w. So geht es fort bis zum Fusse unserer Alpen, und innerhalb dieses Gebirges beherbergen alle durch Kalksinter verkittete Geröllmassen mit Dolomitrollstücken, die ich als Terrassen-Diluvium bezeichnet habe, ausgehöhlte Geschiebe, nicht bloss das Conglomerat in der Breitenau bei Garmisch, sondern auch jene von Klais, Mittenwald und auf dem Bodenlahnsattel zwischen Kreuzfels und Hochalp. Die Erscheinung wiederholt sich in allen Theilen unserer Alpen, beispielsweise in dem Conglomerat bei Ammergau, in jenen des Biberbergs im Innthal; sie wird auch nicht an dem Gestein von Ramsau fehlen, obwohl ich mich nicht erinnere, sie dort bemerkt zu haben.