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Die Zoantharia perforata der palaeozoischen Periode.

Seebach, K. v.

Kurzfassung

Die erste palaeozoische Koralle aus der Section der Zoantharia perforata wurde bekanntlich 1847 von J. Hall (Palaeont. of New-York T. I. S. 71, t. 25, f. 5) unter dem Namen Porites vetusta beschrieben und leider ziemlich mangelhaft abgebildet. Nachdem d'Orbigny sie darauf 1850 (Prodome Bd. I. Nr. 416) zu Astraeopora M'Coy (non Blainville) gezogen, errichteten Milne Edwards and J. Haime 1851 (Polyp. foss. d. terr. paléoz. im Arch. d. mus. d'hist. nat. 1851. S. 208) für diese Form in der Nähe von Litharaea die Gattung Protaraea, die ausser jener nur noch die hier zuerst aufgestellte, schon durch ihre 30 Septa völlig unterschiedene Species Protaraea Verneuili umfasst. Beide Arten waren bisher nur aus dem unteren Silur von Nord-Amerika und die Protaraea vetusta Hall sp. speciell aus dem Blue limestone von Cincinnati und aus der Unterregion des Trenton limestone von Watertown bekannt geworden. Auf der geologischen Reise, die Herr Professor P. Roemer und ich im Jahre 1861 nach Russland unternahmen, fanden wir die erste europäische Protaraea in dem Kalkstein von Wesenberg in Ehstland, der, in seinem Alter wohl etwas jünger als der Trentonkalk, eher dem Utikaschiefer oder der Hudsonriver-Gruppe gleich steht. Es liegen von dieser Protaraea vetusta Hall. sp. von Wesenberg nur zwei Exemplare vor, von denen das eine indess vortrefflich erhalten ist und mit der Diagnose bei Milne Edwards und Haime genau stimmt. Dagegen ist die von ihnen gegebene Abbildung (a. a. O. t. 14 f. 6) wenig gelungen und lässt nicht einmal die Merkmale der Diagnose wieder erkennen. Die Kelche sind zu tief, die Form der Septa falsch und die ganze Manier der Schattirung unzweckmässig und unverständlich. Ich gebe daher Taf. IV. Fig. 1. eine neue Abbildung in 3/2 der natürlichen Grösse.