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Ueber die Brachiopoden aus dem unteren Gault (Aptien) von Ahaus in Westphalen.

Schloenbach jun., U.

Kurzfassung

Unter einer grösseren Anzahl von Kreide-Brachiopoden, die mir kürzlich durch die Güte der Herren Dr. Ewald zu Berlin und Prof. Hosius zu Münster mitgetheilt wurden, befinden sich auch zwei kleine, aber höchst interessante Suiten von den Barler Bergen bei Ahaus in Westphalen aus der Zone des Ammonites Martini d'Orb., welche bekanntlich dem unteren Gault V. Strombeck's (= Aptien d'Orb.) angehört. Dieselben verdienen vielleicht um so eher einige Beachtung, als sich unser norddeutscher Gault sonst im Allgemeinen so arm an Arten und Individuen dieser Classe erweist. Wegen speciellerer Auskunft über das schon länger bekannte Vorkommen darf ich auf die gründlichen Arbeiten von A. v. Strombeck (Verhandl. d. naturh. Ver. f. d. pr. Rheinl. u. Westph., 1858, S. 443), Ewald (Monatsberichte d. k. Akad. d. Wiss. z. Berlin, 1860, p. 332) und Hosius (Verh. nat. Ver. Rheinl. Westph. 1860, p. 294) verweisen. Die von mir untersuchten Arten sind folgende: 1. Terebratula Moutoniana d'Orb. Mit diesem Namen bezeichne ich in Uebereinstimmung mit v. Strombeck die häufigste der vorkommenden Arten, von der sich in der Ewald'schen Suite 4, in der Hosius'schen 11 Exemplare befinden, die zum grossen Theile beträchtliche Dimensionen (55 Mm. Länge) erreichen. So sehr auch alle diese Exemplare unter einander in Bezug auf das Verhältniss der Breite zur Länge und Dicke variiren, so stimmt doch kein einziges derselben mit den Typen der Terebratula biplicata Sow. aus dem Upper-Green-Sand oder der Craie chloritée überein; dagegen dürfte eine vollständige Identität mit den älteren Formen stattfinden, die sich der T. sella Sow. nähern, wie sie namentlich in unseren norddeutschen Hilsbildungen in so ausgezeichneter Mannichfaltigkeit vorkommen.

Keywords

brachiopodskreidecretaceousgaultianterebratulidsgreensands