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Über die geognostischen Verhältnisse Helgolands unter Erwähnung des vorhandenen literarischen Materials von Wiebel, Volger, Meyn und Hallier.

Lasard

Kurzfassung

Die älteste dieser Arbeiten, die von Wiebel, nimmt noch immer die hervorragendste Stelle ein, während in Hallier's "Nordseestudien" in geognostischer Hinsicht Irrthümer untergelaufen sind, welche bereits von Meyn widerlegt worden. Der Redner legte fossile, dem Muschelkalk angehörige, bei Gelegenheit seiner im Sommer 1864 gemachten, geognostischen Untersuchungen Helgolands acquirirte Saurierreste vor. Sie charakterisiren sich als Reste von Macrotrachelen, wie selbe im Muschelkalk von Jena vorkommen. Die Macrotracheli gehören bekanntlich ebenso wie die Brachytracheli zu den Nexipoden. Der vorliegende Wirbel ist gut erhalten, vorzüglich aber der Oberarmknochen, an welchem das charakteristische Loch deutlich wahrnehmbar ist (vergl. H. v. Meyer, die Saurier des Muschelkalks. Frankfurt a. M. 1847-1855. S. 52). Obgleich auch noch ein Stück vom Beckenknochen und ein Stückchen einer Rippe vorhanden, vermochte der bedeutendste Kenner fossiler Reptilien, H. V. Meyer, nicht, mit Sicherheit zu bestimmen, ob diese Reste dem Nothosaurus, Conchiosaurus, Pistosaurus, Simosaurus, und ob sie einer der benannten oder neuen Species zuzuzählen sind. Die in der hiesigen Universitäts-Sammlung befindlichen Saurierreste von Helgoland (aus Stücken einer Rippe bestehend), welche Herr Professor Beyrich dem Vortragenden zur Untersuchung zu überlassen die Güte hatte, entstammen im Gegensatz zu obigen, an der Witen-Klif gefundenen Resten dem anstehenden Gestein von Helgoland, das von Wiebel für bunten Saudstein, von Volger für Keuper gehalten wird. Nach Mittheilung des letzteren hätte derselbe ähnliche wie die vorliegenden Muschelkalk-Saurierreste vor 20 Jahren auf Helgoland gefunden; ausser einer kurzen Notiz in Leonhard und Bronn's Jahrbuch, 1848, findet sich keine nähere Angabe darüber vor. In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Reste bittet der Redner die Helgoland besuchenden Geognosten, ihre Aufmerksamkeit denselben zuwenden zu wollen. Herr Eck bemerkte hierzu, dass sich ein weiteres Belegstück für die Existenz des Muschelkalks bei Helgoland in der Sammlung des Herrn Dr. Roth befinde, nämlich eine mit Myophoria orbicularis dicht bedeckte Kalksteinplatte, welche von Herrn Roth am Nordhorn aufgelesen wurde und besonders deshalb von Interesse ist, weil sie das Vorhandensein eines bestimmten Niveaus der genannten Formation, nämlich der oberen Abtheilung des unteren Muschelkalks, erweise.