Original paper

Über einige Petrefakten, welche er bei Nemitz unweit Gülzow in Hinterpommern gesammelt hatte.

Sadebeck, Alexander

Kurzfassung

Von derselben Lokalität sind Versteinerungen schon von Wessel und Herrn Professor Beyrich angeführt worden. Wessel hielt das Gestein für anstehend; aus dem jetzigen Aufschluss geht jedoch hervor, dass es sich auf secundärer Lagerstätte befindet. Der Bruch besteht nämlich aus Kreidemergeln, und nur in der Mitte befindet sich ein Block jurassischen Gesteins, unter welchem jedoch wieder die Kreidemergel aufgeschlossen sind; auch an den Wänden des Bruches findet sich keine Spur des Gesteins. Die Hauptmasse dieses Blockes besteht aus einem feinkörnigen, oolithischen Kalkstein von schwarzer Farbe, welcher durch unregelmässig in seiner Masse zerstreute Knollen ein sehr charakteristisches Aussehen erhält. Unter diesem Kalkstein befindet sich ein schwarzer Thon, welcher dieselben organischen Reste einschliesst. Von Petrefakten wurden folgende, für die Altersbestimmung besonders wichtige hervorgehoben: Rhynchonella varians Schloth., Pecten lens Sow., Avicula echinata Sow., Astarte Parkinsoni Quenst., Dentalium entaloides Desl., Belemnites Beyrichi Oppel und Ammonites aspidoides Oppel, welchen neuerlichst U. Schlönbach zu Ammonites subradiatus Sow. gestellt hat. Vergleicht man diese Arten mit den Oppel'schen Angaben über ihre vertikale Verbreitung in England, Frankreich, der Schweiz und der schwäbischen Alp, so stellt sich als ihr Niveau die Zone der Terebratula lagenalis der Bathformation heraus, und zwar der obere Theil derselben; es sind also Schichten, die dem englischen Cornbrash gleichstehen. Nach Quenstedt's Eintheilung sind die Schichten den Dentalienthonen des braunen Jura epsilon aequivalent, und im nordwestlichen Deutschland entsprechen sie der Zone der Ostrea Knorri Seeb.