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Aus dem thüringischen Schiefergebirge.

Richter, R.

Kurzfassung

Der Schichtencomplex, welcher im thüringischen Schiefergebirge den Raum zwischen den Graptolithen-führenden Alaunschiefern (Basis von Barrandes Etage E) und den devonischen Dachschiefern einnimmt, besteht, wie schon in zwei vorangegangenen Aufsätzen (vgl. diese Zeitschr., Jahrg. 1863 S. 659 ff. und Jahrg. 1865 S. 361 ff.) gezeigt worden ist, von unten nach oben aus buntfarbigen Kalken, Tentakulitenschichten (Geinitz) mit Kalkconcretionen, Nereitenschichten mit Conglomeraten und aus den Tentakulitenschiefern. Nach Ausweis der organischen Einschlüsse stehen die drei zuletzt genannten, oberen Formationsglieder in engster Beziehung zu einander, während die Kalklager mehr in einem ähnlichen Verhältnisse zu den Alaunschiefern zu stehen scheinen, wie die Kalke der Etage E in Böhmen zu den dortigen Alaunschiefern. Die räumliche Ausbreitung der in Rede stehenden Schichten hatte sich seither nur an den Lokalitäten, welche früher (vgl. diese Zeitschr., Jahrg. 1853 S. 439 und 440) wegen des Vorkommens der Kiesel- und Alaunschiefer, sowie der Kalklager und der Nereitenschichten namhaft gemacht wurden, in vollständiger Entwickelung nachweisen lassen. Neuerdings sind diese Schichten auch bei Grünau, Wurzbach, Lichtenberg und Stehen erkannt worden und dürften nach Handstücken selbst der Umgebung von Hof nicht fremd sein. Ferner finden sich dieselben bei Weida und nach den von den Herren Eisel und Röder in Gera gesammelten und behufs der Bestimmung mitgetheilten Handstücken und Petrefakten in nicht geringer Ausdehnung bei Ronneburg (von Liebschwitz und Gessen bis Posterstein). Die Frage nach dem relativen Alter unserer Schichten lässt sich aus alleiniger Berücksichtigung der Lagerungsverhältnisse nicht endgültig beantworten. Es ist daher in den vorausgegangenen Aufsätzen die Discussion auf Grund der organischen Einschlüsse aufgenommen und nach der Betrachtung der Crustaceen bis zu jener der einschaligen Mollusken fortgeführt worden. Da die überwiegende Mehrzahl der Petrefakten bisher noch unbeschrieben war, so konnten Anhaltspunkte fast nur in den Gattungen gefunden und aus diesen auf obersilurischen Charakter der Schichten geschlossen werden. Die nachstehende Aufzählung der bisher aufgefundenen zweischaligen Mollusken dürfte der bezeichneten Anschauungsweise eine breitere Basis gewähren.