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Ueber die Reichensteiner Quarzzwillinge.

Eck, Heinrich

Kurzfassung

Unter denjenigen Mineralien, welche der Königl. Berg-Akademie zu Berlin aus der Sammlung des Königl. Ober-Berg-Amtes zu Breslau zugekommen sind, fand sich auch ein Stück Serpentin von Reichenstein vor, welches in seinen Drusen die von Herrn G. Rose in Poggendorff's Annalen Bd. LXXXIII. S. 461 beschriebenen und Taf. II. Fig. 16 u. 17 abgebildeten Quarzkrystallgruppirungen beobachten lässt. Zu näherer Vergleichung gestattete mir Herr G. Rose auch eine Untersuchung der beiden in dem hiesigen Universitäts-Museum befindlichen Exemplare, welche der oben erwähnten Arbeit zu Grunde gelegen haben, wofür ich demselben meinen besten Dank auszusprechen nicht verfehle. Herr G. Rose hatte aus dem ihm vorliegenden Materiale gefolgert, dass die in Rede stehenden Krystallgruppirungen Vierlinge bilden, indem an einen mittleren Krystall drei Individuen so angewachsen seien, dass eine Hauptrhomboëderfläche von jedem der letzteren mit je einer der drei Hauptrhomboëderflächen des mittleren Krystalls in gleicher Ebene liege. Die Zwillingsebene wäre hiernach eine Hauptrhomboëderfläche; die Krystalle wären aber nicht mit dieser, sondern mit einer darauf senkrechten Fläche mit einander verwachsen. Der Winkel der Axen zweier zwillingsartig verbundenen Krystalle und der Winkel der beiden Prismenflächen, worauf die gemeinschaftlichen Rhomboëderflächen aufgesetzt sind, musste demnach 103° 34' betragen. Gegen diese bisherige Deutung machte Herr Hessenberg, ohne das in Rede stehende Vorkommen in Wirklichkeit gesehen zu haben, in v. Leonhard und Bronn's neuem Jahrbuch, für Mineralogie u. s. w., Jahrg. 1854, S. 306 den Einwand, dass bei der angegebenen Gruppirung nicht diejenige allseitige Symmetrie, deren eine Gruppe von vier Quarzkrystallen fähig sei, stattfinden könne, weil nämlich die Axen der drei seitlichen Individuen unter sich nicht dieselbe Neigung (von 103" 34') haben könnten, wie die Axe des mittleren Krystalls zu jeder Axe der drei seitlichen Individuen.