Original paper

Ueber die Auffindung devonischer Kalksteinschichten bei Siewierz im Königreiche Polen.

Roemer, Ferdinand

Kurzfassung

Der zwei bis drei Meilen breite Zwischenraum zwischen dem nordöstlichen Flügel des grossen oberschlesisch-polnischen Steinkohlenbeckens und dem polnischen Jura-Zuge von Olkusz, Pilica und Czenstochau wird durch Gesteine der Trias-Formation ausgefüllt. Ein durch verschiedene Glieder des Muschelkalks gebildeter Rücken erstreckt sich mit nordwestlicher Richtung von Olkusz über Slawkow bis Siewierz. Am südwestlichen Abhange dieses Rückens tritt der Bunte Sandstein in der Form braunrother Letten hervor und bildet eine schmale, das Steinkohlengebirge zunächst begrenzende Zone. Der Boden des flachen und meistens waldbewachsenen Gebietes östlich und nordöstlich von dem Muschelkalkrücken bis zu dem jurassischen Höhenzuge setzt dagegen eine mehrere Hundert Fuss mächtige Schichtenfolge von braunrothen und grünlichgrauen Thonen mit Einlagerungen von glimmerreichen, mürben, grauen Sandsteinen, breccienartigen oder conglomeratischen Kalksteinschichten und wenig mächtigen und unreinen Kohlenflötzen zusammen, welche bisher für jurassisch galt, in Wirklichkeit aber, wie ich früher aus den Lagerungsverhältnissen und dem petrographischen Verhalten nachzuweisen versuchte, jetzt aber aus paläontologischen Erfunden sicher festgestellt habe, dem Keuper angehört. Ringsum von diesen braunrothen Keuper-Letten umgeben, erhebt sich nun 3/4 Meilen nördlich von dem etwa 4 Meilen östlich von Tarnowitz gelegenen Städtchen Siewierz unmittelbar nördlich von dem Dörfchen Dziewki ein schmaler, aber fast 1/2 Meile langer, von Osten nach Westen streichender, mit Buschwerk bewachsener niedriger Rücken, welcher aus einem ganz fremdartigen Gesteine besteht. Es ist - ein dunkelblaugrauer, an der Luft hellgrau ausbleichender, beim Zerschlagen stark bituminös riechender, dichter, compakter, marmorartiger Kalkstein.