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Mineralogisch-geognostische Fragmente aus Italien.

Rath, Gerhard Vom

Kurzfassung

I. Rom und die Römische Campagna. In Rom, wo seit zwei und einem halben Jahrtausend die Menschen so ausserordentliche Thaten und Werke ausgeführt, ist es für den Naturforscher nicht ganz leicht, seine Erinnerung und Beobachtung von jenen Thaten der Menschheit und jenen ewigen Denkmälern der Kunst abzulenken und die natürliche Beschaffenheit des Bodens zu erforschen, welcher zum Schauplatze so grosser Ereignisse bestimmt war. Und doch verdient Roms Lage und Umgebung in ausgezeichnetem Grade das Interesse des Geognosten; denn hier ist ein Gebiet grossartiger und mannichfaltiger vulkanischer Thätigkeit, deren Produkte den weiten Raum erfüllen zwischen dem Appennin und dem Tyrrhenischen Meere und von der Toskanischen Grenze bis zu den Pontinischen Sümpfen und dem Lande der alten Herniker. Dies Römische Vulkangebiet wird durch die vulkanischen Punkte von Ticchiena und Pofi im Sacco-Thale mit dem Neapolitanischen Gebiete verbunden. Roms nähere Umgebung bildet die vielfach geschilderte Campagna; es liegt die Stadt mit ihren zweihundert Tausend Bewohnern, eine Welthauptstadt, inmitten eines fruchtbaren, menschenleeren, nur zum kleinsten Theile angebauten Gebiets, welches sich meilenweit in jeder Richtung ausdehnt: gegen Nordost und Ost bis zu den Appenninen, gegen Südost bis zum Albaner-Gebirge, in nordwestlicher Richtung bis zu den Bergen von Bracciano und gegen Süd und West bis an das Meer.