Original paper

Über Gesteinsstücke, welche von dem Africa-Reisenden Herrn Dr. Steudner gesammelt worden sind.

Sadebeck, Alexander

Kurzfassung

Redner knüpft daran eine kurze Uebersicht der geographischen Verhältnisse eines Theiles der durchreisten Landstriche mit besonderer Bezugnahme auf die vielfachen geognostischen Beobachtungen, welche sich in Steudner's Reiseberichten finden. Diese Berichte sind in einer Reihe von Heften der Zeitschrift für allgemeine Erdkunde veröffentlicht. Der geographische Umfang dieser geognostischen Skizze war bedingt durch den Umfang der speciellen Karten, welche in Petermann's Mittheilungen, Ergänzungsband III. 1863 und 1864, vorliegen. Diese Karten lassen die Route von Massowa nach Keren und von da nach Adoa und Axum verfolgen. Zwischen dem Küstengebirge, welches ungefähr parallel der Küste des rothen Meeres sich hinzieht, und dem Meere liegt in dem Striche von Massowa bis zu dem Flusse Lebka ein 6-7 Meilen breites Gebiet. Dasselbe soll Alluvium sein, und zwar Meeressand, in welchem hier und da Gyps oder Mergel zu Tage tritt. An Einförmigkeit verliert dieses Gebiet durch das Auftreten vulkanischer Berge; so tritt bei. Mai-Ualid säulenförmig abgesonderter Basalt auf, und die herumliegenden Hügel sind nach Steudner auch vulkanischen Ursprungs, ebenso wie der weiter nördlich liegende Berg Göneb. Dieses Gebiet durchreiste Steudner quer von Massowa aus bis zu der Stelle, wo der Lebka aus dem Küstengebirge heraustritt. Von hier an folgte er dem Laufe des Lebka aufwärts, das ganze Ainthal durchreisend bis zu seiner Quelle. Dann trat er über in das Flussgebiet der Anseba und reiste nach Keren, von da nach Zarega, in dessen Nähe die Quellen des Anseba liegen. Dieses ganze Gebirge hat eine sehr einförmige geognostische Beschaffenheit, indem es theils aus Granit, theils aus krystallinischen Schiefern besteht.